Bernhard Peter
Japanische Schrift: das Schreiben mit Kanji


Kanji - konstitutiver Bestandteil der geschriebenen Sprache
Die Kanji sind die wichtigste Schriftart, weil sämtliche bedeutungstragenden Wortstämme üblicherweise damit geschrieben werden. Also alles, was nicht Grammatik ist, was nicht Fremdwort ist, was keine Endung ist, kein Partikel etc., keine wissenschaftliche Bezeichnung - all das wird üblicherweise mit Kanji geschrieben. Und das ist in einem beliebigen Textblock die Mehrzahl der Zeichen, und da Kanji nicht nur eine, sondern auch mehrere Silben darstellen können, die überwiegende Mehrheit der Textmasse. Während die Silbenschriften Hiragana und Katakana in ihrem Lautbild eindeutig sind, ist die Lesung von Kanji nicht per se eindeutig, sondern ergibt sich aus dem Zusammenhang. Es gibt immer zwei Lesungen: Die sinojapanische ("chinesische") Lesung ist die ON-Lesung, die rein japanische die KUN-Lesung. Das gleiche Zeichen kann also ganz unterschiedlich ausgesprochen werden. Der Leser muß je nach Kontext entscheiden, was korrekt ist.


Entstehung und Variation
Die Kanji, die sogenannte sinojapanische Schrift, hat sich aus der rund 2000 Jahre alten chinesischen Han-Schrift entwickelt, deren Grundlage mehrere Zehntausend Zeichen sind. Die Entwicklung der chinesischen Schrift verlief über mehrere Zwischenstufen, von der Orakelknochenschrift über die Bronzegefäßschrift der Shang- und der Zhou-Dynastie, die durch Kaiser Qin Shi standardisierte Kleine Siegelschrift und die vom Ende der Qin-Dynastie bis zur beginnenden Han-Dynastie in Gebrauch befindliche Kurialschrift, um schließlich gegen Ende der Han-Zeit die Normalschrift hervorzubringen. Zum Zeitpunkt der Übernahme dieser aus senkrechten und waagerechten Strichen bestehenden Zeichen ungefähr quadratischer Gesamtform besaß Japan wahrscheinlich noch keine eigene Schrift, oder, wenn es denn doch eine gegeben haben sollte, dann wurde diese durch die Ankunft der neuen Zeichen verdrängt. Die chinesische Schrift wurde adaptiert und in einem jahrhundertelangen Prozeß an die eigenen Bedürfnisse angepaßt, wobei sich auch die Bedeutung vieler Zeichen wandelte und auch etliche Zeichen neu entwickelt wurden (Kokuji = landestypische Zeichen). Erst Jahrhunderte später entwickelten sich in Japan eigene phonetische Schriften. Ursprünglich war das Kanji-System mal eine Bilderschrift, dann wurde immer weiterentwickelt und weiter abstrahiert, durch Reformen vereinfacht (bei der letzten Schriftreform 1946 wurden über 300 Kanji durch Reduktion der Strichzahl vereinfacht), bis nur noch ein abstraktes Strichmuster mit meistens weniger als mehr Bezug zum bildhaften Original übrigblieb. Die Kanji haben sich zwar aus chinesischen Schriftzeichen entwickelt, sind aber an die japanischen Bedürfnisse angepaßt worden und graphisch und auch semantisch weiterentwickelt worden, so daß sie trotz vielfach gegebener äußerlicher Übereinstimmung mit chinesischen Schriftzeichen dennoch das Ergebnis einer japanischen Eigenentwicklung sind.


Merkmale von Kanji
Wesentliche Merkmale sind, daß jedes Zeichen einem Morphem der Sprache entspricht und damit mindestens eine eigene Bedeutung hat, und daß es keine zwingende Verbindung zwischen der Aussprache und der Form des Zeichens gibt, daß es sogar je nach Kontext verschieden ausgesprochen werden kann. Das ist ein wesentlicher Unterschied zu alphabetischen und zu phonetischen Schriften. Jedes Kanji besteht also aus dem graphischen Zeichen, den verschiedenen Lesungen und den verschiedenen Bedeutungen. Ein weiteres Merkmal ist, daß mehrere Kanji zu einem neuen Kanji kombiniert werden können, z. B. zwei nebeneinander oder untereinander, oder oben zwei, unten eines. Die Formen des Einzelzeichens werden dabei so verzerrt, daß die quadratische Gesamtform des neuen Zeichens erhalten bleibt. Bestimmte Strichmuster kommen immer wieder in komplexen, zusammengesetzten Zeichen vor und werden teilweise als Radikale bezeichnet, wenn sie besonders typisch sind und entsprechend oft wiederzuerkennen sind. Solche Radikale dienen der logischen Sortierung der Kanji und als Einordnungsschlüssel in Wörterbüchern. Ein solches Radikal ist das, was unten beim Kanji "RAN" oben das "Dach" bildet, das ist typisch für alle krautigen Pflanzen, es läßt sich bei den Zeichen für Gras, Blume, Orchidee etc. finden, existiert aber selbst nicht als eigenes Kanji isoliert. So sind komplexere Kanji modular aufgebaut und setzen sich ihrerseits wieder aus einfacheren Kanji und bestimmten Radikalen zusammen. Das Zeichen für Baum beispielsweise (s. u.) wird in Vermehrung verwendet für Hain, Wald, aber auch in Kombination mit der Sonne für Osten, es steckt auch im Zeichen "mura", Dorf. Das Zeichen für Sonne steckt im Kanji für Osten, aber auch in den Kanjis für hell, Gras, Zeit. Jedes Kanji ist also entweder selbst ein Graphem oder es ist eine Zusammenstellung von mehreren Graphemen. Komplexe Kanji können in der Regel in einzelne Grapheme zerlegt werden, so daß die tatsächliche Anzahl der verwendeten unterschiedlichen Grapheme weit geringer ist als die Gesamtzahl der Kanji.

Es gibt verschiedene Arten von Strichen. Da ein Strich von einem Pinselstrich abgeleitet ist, ist es wichtig, ob ein Strich ausläuft, also am Ende dünner wird, wie das oft bei schräg nach unten gezogenen Strichen der Fall ist, oder ob er verdickt endet, als hätte man den Pinsel nochmal am Ende kräftig nach unten aufs Papier gedrückt, was eine "Knochenform" des Strichs ergibt, die oft bei Horizontalstrichen beobachtet werden kann. Das wirkt wie ein "Stop" am Ende des Strichs.

Es ist ferner wichtig, wo abgesetzt wird. Vor allem für die Strichzählung ist das wichtig, weil die Kanji nach Anzahl der Striche sortiert werden. Ein Quadrat besteht aus vier Strichen? Falsch! Es besteht aus drei Strichen, erst die linke Senkrechte, absetzen, oben wieder ansetzen, rechts rüber horizontal und in einem Zug rechts senkrecht runter, dann der dritte Strich neu links unten angesetzt und unten nach rechts rüberziehen. Das Quadrat hat also drei Ansatzstellen, und dort steht ein Strich jeweils etwas über. Die rechte obere Ecke ist jedoch leicht gerundet, da steht nichts über. Für die Strichanzahl ist es deshalb wichtig zu wissen, wie genau ein Kanji geschrieben wird. Die Reihenfolge der Striche ist vor allem auch wichtig, weil handschriftlich oder gar kalligraphisch die Übergänge schleifend geschrieben werden, und die Schleifspur folgt natürlich der korrekten Strichabfolge. Mit einer anderen Strichabfolge ergäben sich andere Schleifspuren. Ein Strich ist also das, was in einem Zug geschrieben wird, ohne abzusetzen. Ein Strich kann auch mal die Richtung wechseln oder im Zickzack verlaufen, lediglich mit dem Hochheben des Pinsels ist der Strich beendet.


Segen der Übernahme
Die japanische Kultur entwickelte einen Teil des mit Kanji geschriebenen Wortschatzes selbst neu. Ein Großteil der insbesondere mit der Modernisierung während der Meiji-Reformen entwickelten neuen japanischen Wörter ist somit eine Eigenentwicklung und existierte nicht in der chinesischen Sprache. Die klassischen Mechanismen der Zeichen- und Wortbildung eigneten sich gut für diese Neuschöpfungen. All das führt dazu, daß die chinesischen und die japanischen Kanji nur noch teilweise als kongruent betrachtet werden können. Eine der größten Schwierigkeiten bei der Adaptation der chinesischen Schrift war ein Problem der Unterschiede beider Sprachen: Das Chinesische ist flexionslos. Man nennt es eine isolierende Sprache. Das Japanische kennt aber sehr wohl die Veränderung von Adjektiven und Verben je nach grammatikalischem Kontext. Genau das läßt sich mit ausschließlich Morphem-Zeichen nicht abbilden, deshalb ergänzt man die Grammatik mit der eigenen Schrift, mit Hiragana. Ohne diese Hiragana hinter dem Kanji tappt der Leser sonst im Dunkeln, welche Funktion der Wortstamm innerhalb der Grammatik des Satzes einnimmt. So kommt es zu dem hybriden System der japanischen Schrift. Die Einbringung der Zeichen in ein komplexes System zusätzlicher Informationen ist eine originär japanische Entwicklung.


Fluch der Übernahme
Eine zweite Schwierigkeit der Übernahme ist, daß das Chinesische eine Eigenschaft hat, die das Japanische nicht hat: Die Tonhöhe, die Tonlage ist entscheidend für die Bedeutung. Ob man eine Silbe in aufsteigender, gleichbleibender, modulierender oder absteigender Tonhöhe spricht, kann bedeutungsentscheidend sein. Das Japanische kennt das so nicht, deshalb werden all diese Morpheme nivelliert. Das klingt erst mal harmlos, ist es aber nicht, sondern von großer Tragweite. Das ist, wie wenn man zehn Päckchen bei der Post einliefert, und irgend jemand macht vor dem Versenden alle Adreßetiketten ab. Alle Silben, die SAN geschrieben werden, haben ein unterschiedliches Schriftbild, je nachdem, ob der Berg, die Zahl 3 oder die Höflichkeitsanrede gemeint ist, aber die gleiche Aussprache. Das nennt man Homophon. Bekannt ist die Homophonie der Silbe SHI, Zahl 4, die genau so klingt wie SHI = der Tod, und deshalb sagt man lieber YON, um bloß nicht in Verdacht zu geraten, den Tod heraufzubeschwören. Weniger bekannt ist, daß es insgesamt sogar über 30 Schriftzeichen gibt, die SHI gelesen werden, und die alle etwas anderes bedeuten. Es gibt also nicht nur unterschiedliche Lesungen für das gleiche Zeichen, sondern auch unterschiedliche Zeichen für dieselbe Lesung. Oder anders herum ausgedrückt: Es mangelt an Eindeutigkeit und Verbindlichkeit in beide Richtungen. Deshalb weiß man bei einem Eigennamen in Kanji zunächst nie, wie er ausgesprochen wird, und es ist normal, daß man das Gegenüber erst dann korrekt ansprechen kann, wenn man es entweder zusätzlich in Hiragana bekommt oder mündlich gesagt bekommt. Überspitzt gesagt: Wenn z. B. ein Lehrer die Namensliste seiner neuen Klasse bekommt, weiß er immer noch nicht, wie die Kinder gerufen werden. Das müssen sie ihm erstmal persönlich sagen.


Die Anzahl: viele, sehr viele....
Die Anzahl der Kanji ist unbestimmt groß. Sind es 50000, wie das Daikanwa Jiten meint? Sind es gar 80000, wie manche chinesische Wörterbücher listen, zugegeben, mit Varianten der Zeichen? Im Grunde ist das egal, weil die meisten davon selten oder gar nicht benutzt werden. Es gibt häufigere und seltenere, und es gibt bestimmte Anzahlen, die als wesentlich betrachtet werden. Schriftzeichenwörterbücher, die alltagstauglich sind, enthalten zwischen 4400 und 13000 Zeichen. Eine Richtschnur für das, was die Japaner selber so beherrschen, ist die Liste der Kanji, die in der Schule gelehrt werden. Das sind aktuell 2136 Zeichen, die sogenannten Joyo-Kanji (Jouyou-Kanji, Alltagsgebrauch-Kanji). Die Anzahl der als notwendig angesehenen Zeichen hat sich im Verlauf der letzten beiden Jahrhunderte verringert. Japanische Schüler lernen pro Schuljahr ein paar Hundert davon. In der Grundschule lernt man die 1006 Kyoiku-Kanji (Kyouiku-Kanji). In der Gakunen-betsu kanji haitouhyou wird exakt festgelegt, welche Kanji in welcher Klasse drankommen. In der Mittel- und Oberschule kommen dann die restlichen 1130 Kanji ins Langzeitgedächtnis. Das reicht für das Leben normalerweise aus. Gängige Praxis in der Literatur für ein breites Publikum ist, diejenigen Kanji, die in den Büchern vorkommen, aber nicht zu den Joyo-Kanji gehören, mit Furigana zu versehen (siehe Hiragana-Kapitel). Wer nach der Schule studiert, lernt noch einmal rund 1000-2000 fachspezifische Kanji dazu. Hochgebildete Japaner können durchaus 6000 Kanji lesen und schreiben, das kann man bei dem Test Kanji Kentei dreimal im Jahr unter Beweis stellen, und die höchste der 12 Stufen, die 6000er-Stufe, wird durchaus regelmäßig von mehreren Teilnehmern erreicht. Es gibt noch eine zusätzliche Liste, die Jinmeiyou-Kanji. Das sind die 863 Namens-Kanji, also die Kanji, die zusätzlich zu den 2136 Allgemeinbildungs-Kanji für Eigennamen und geographische Bezeichnungen zulässig sind.


Die Nachteile von Kanji
Die Nachteile von Kanji liegen auf der Hand:


Die Vorteile von Kanji
Aber Kanji haben auch ein paar Vorteile, die herauszustreichen beim lernen vielleicht ein bißchen motiviert:

Wie auch immer - wer ernsthaft Japanisch lernen will, kommt an den Kanji einfach nicht vorbei. Deshalb laßt es uns so positiv wie möglich sehen!


Umgang mit Kanji
Zu einem Kanji muß man sich vier Dinge merken:


Ruck-zuck, wir lernen die erste Handvoll Kanji!
Es geht auch ganz einfach: Wir beginnen mit den einfachsten Kanji überhaupt, die sich jeder auf Anhieb merken kann: Die Zahlen von 1 bis 3 werden durch die Anzahl der horizontalen Striche wiedergegeben, einer für die Eins, zwei für die Zwei und drei für die Drei. Und dazu zählen wir ICHI - NI - SAN. Die weiteren Zahlen lassen wir erstmal aus und springen direkt zur Zahl Zehn = JUU: Ein einfaches Kreuz, so als hätte man resigniert und schriebe einfach nur ein Kreuz für "viele". Merkhilfe für Europäer: Das römische Zahlzeichen X für 10 einfach um 45° drehen. Wenn eein Japaner isoliert zählt, verwendet er die ON-Lesung. Wenn er aber Gegenstände zählt, z. B. bestellte Getränke im Restaurant oder Möbelstücke im Zimmer, dann nimmt er die japanische kun-Lesung und hängt "tsu" dran: hito-tsu, futa-tsu, mit-tsu, yot-tsu, itsu-tsu, mat-tsu, nana-tsu, yat-tsu etc. Die Schreibung der Zeichen erfolgt von links nach rechts und von oben nach unten.

     
hito - ICHI

Eins

  futa(tsu) - NI

Zwei

  mit(tsu) - SAN

Drei

  to, tou - JUU

Zehn

     

Als nächstes haben wir einen Klassiker, der zu schön ist. Erstens, weil sich hier tatsächlich ein Bild hineinlesen läßt, und zweitens, weil wir den additiven Charakter der Kanji bilderbuchmäßig nachvollziehen können. Wir stehen vor einer herrlichen japanischen Zeder, mit hohem schlankem Stamm. Die kleineren oberen Äste stehen waagerecht ab, die größeren unteren Äste biegen sich unter der Last ihres Gewichtes nach unten: Das erste Zeichen bedeutet: Baum = ki. Oder auch, was man aus einem Baum macht: Holz. Das zweite Zeichen zeigt zwei Bäume nebeneinander, das ist der Hain, eine Gruppe von Bäumen = hayashi. Und wenn wir drei Bäume (1:2) kombinieren, bekommen wir den Wald = mori, logisch, oder?

Dieses Prinzip, hier beispielhaft sinnig und stringent in perfekter Dreier-Kette, begegnet uns auch bei anderen Zeichen. Wenig schmeichelhaft ist, was passiert, wenn man das Zeichen für "Frau" vermehrt", das Zeichen bedeutet dann "lärmend". Autsch. Zum Trost für die Damen: Frau unter schützendem Dach bedeutet dann als Kombination Frieden im Haus, yasu.

Zurück zum Kanji für den Baum: Versieht man dieses Kanji unten mit einem Querstrich, erhält man das Zeichen für Ursprung, moto, oder Buch, HON. Das Buch wird schließlich aus Baum-Pampe hergestellt - Baum zwischen zwei waagerechten Strichen = Pappdeckeln. Und beim Ursprung stellt man sich die Frage, wo der Baum wurzelt - unter dem Strich des Bodenniveaus.

     
ki - BOKU, MOKU

Baum, Holz

  hayashi - RIN

Hain

  mori - SHIN

Wald

  moto - HON

Ursprung, Buch

     

Weiter geht es mit einer neuen Gruppe: Zwei gebogene Striche stehen für den Zweibeiner, den Menschen, der hier mit gespreizten Beinen steht: hito. Hito benutzt man, wenn man normal von einem Menschen spricht. Die Lesung NIN benutzt man beim Zählen ab drei: 3 Menschen = sannin, 4 Menschen = yonin, 5 Menschen = gonin, 6 Menschen = rokunin, 7 Menschen = nananin oder shichinin. Ok, krumme X-Beine, geschenkt. Aber wenn wir mal den Zweibeiner gesehen haben, geht er nicht mehr weg, und das ist gut zum Merken.

hito - JIN, NIN

Mensch, Person

Jetzt streckt dieser Zweibeiner auch noch beide Arme seitlich aus - wie wirkt er nun? Grooooß! Und dieses Zeichen steht für DAI, groß.

o - DAI, TAI

groß

Tja, manche Menschen fühlen sich erst richtig groß und mächtig, wenn sie einen Schäferhund dabei haben: Wenn wir das Zeichen für "groß" mit dem kleinen Schrägstrich oben rechts versehen, wird daraus der Hund, inu, der seinem Zweibeiner treu zur Seite steht und ihn groß macht.

inu - KEN

Hund

Bleiben wir noch ein bißchen beim Zeichen für "groß". Wer in Japan unterwegs ist, wird es oft sehen, so oft, wie er auf Toilette muß. Denn dort steht das Zeichen DAI für großes Geschäft und große Wasserspülung (dai-nagasu), und der stete Begleiter auf der anderen Seite des Drehknopfes oder daneben auf dem Bedien-Feld ist SHOU, klein, für kleines Geschäft und wenig Wasser (shou-nagasu) - sozusagen bildlich nur drei Tropfen. Und wenn man die falsche Taste betätigt, dreht einem das richtige Zeichen eine lange Nase, eine Nase zwischen den beiden diagonalen Wangenfalten.

ko - SHOU

klein

Nun geht es auf Tempelbesuch: Jeder Tempel hat zu seinem XYZ-ji oder XYZ-dera einen Berg-Namen, ZYX-san. Das kommt daher, daß im alten China die berühmten Tempel immer auf Bergen lagen. Und deshalb liegt auch in Japan jeder Tempel auf einem Berg, zumindest in seinem Namen. Wie stellt man sich einen Berg vor? Ein wildes, zackiges Gebirge mit drei Gipfeln, von denen der mittlere Gipfel der höchste ist - fertig ist das Zeichen für SAN oder yama, Berg. Mit diesem Zeichen wird jeder Berg geschrieben, auch der Fuji-SAN. Hier sieht man auch, warum die ON-Lesung als sinojapanische Lesung und nicht als chinesische bezeichnet wird: Ja, Japan hat die chinesische Aussprache vor vielen Hundert Jahren übernommen. Aber beide Sprachen haben sich weiter entwickelt, so daß die Aussprache des Zeichens nicht mehr die gleiche ist. Im modernen Chinesisch wird dieses Zeichen "SHAN" ausgesprochen.

yama - SAN

Berg

Und wenn wir am Tempel-Tor stehen, z. B. am SAN-MON, dem Berg-Tor, brauchen wir das Zeichen für "Tor": MON. Zum Merken können wir zwei Ansätze überlegen: Es ist abends, und rechts und links des Weges zum Tempel stehen beiderseits des Durchgangs Ständer mit einer Laterne. Oder wir lassen unserer Phantasie freien Lauf und denken an eine zweiflügelige Schwingtür, wie man sie von Western-Saloons kennt - wer das einmal hereingesehen hat, vergißt dieses Zeichen für MON nie.

kado - MON

Tor

Ein weiteres nützliches Zeichen ist das "EN", denn es steht im Laden an jedem Preisschild in der Währung Yen. Man denke einfach an eine Kassenschublade mit zwei Fächern, und zwei seitlichen Halterungen, wenn sie beim Abdrücken ausgefahren wird. Das Zeichen hat zwei Bedeutungen, einerseits maru = Kreis, und von der kreisrunden Münze oder allgemein einem kreisrunden Gegenstand abgeleitet die Währung EN. Übrigens, es heißt in Wirklichkeit "EN", nur bei uns ist es der "Yen". Und das Adjektiv für kreisrund kann man auch schnell ableiten: Die Münze ist rund wie ein Kreis - maru = Kreis, marui = kreisrund, ein i-Adjektiv, das sich aus dem Kanji für maru und der Hiragana-Silbe i zusammensetzt.

maru - EN

Kreis - Yen

Ein letztes Zeichen noch, das für Wagen, Auto = kuruma. Der Wagen fährt von unten nach oben, in der Mitte ist der Fahrgastraum mit vier Plätzen, das Chassis läuft von vorne nach hinten durch, und vor und hinter der Fahrgastzelle befinden sich die beiden Achsen. Man muß sich jetzt nur noch die vier Räder daran vorstellen, und dann weiß man: Ein Auto kann man gar nicht anders visualisieren! Man kann sich das auch alternativ so vorstellen: Dieser Wagen fährt von rechts nach links und ist nur ein Einachser, von Mensch oder Tier gezogen, der durchgehende Strich ist die Achse, und die beiden Striche sind die großen Räder in Aufsicht.

kuruma - SHA

Auto, Wagen

Natürlich gehen wir hier nicht 2000 Kanji durch, das überlasse ich anderen Autoren, die das viel besser können. Aber es ist doch ein gutes Gefühl, wenigstens eine Handvoll Zeichen zu kennen, oder? Vor allem ist es hilfreich, sich die Dinge mit einer Eselsbrücke, mit einer kleinen Geschichte zu visualisieren. Der Einstieg ist immer das Schwerste, das Überwinden des "das-schaffe-ich-nie-Gefühls". Also: Es ist mühsam, es wird noch viel mühsamer und viel furchtbarer bei den komplexeren Kanji, aber es ist nicht unmöglich, sich ein bißchen was davon zu merken, und es macht Spaß, ein paar nützliche Kanji zu erkennen. 16 haben wir schon. Das entspricht ungefähr dem Niveau eines Grundschülers, erste Klasse, nach 4 Wochen. Uff.


Motiviert? Auf zur zweiten Handvoll Kanji!
Es geht weiter mit einer nächsten Gruppe Kanji, ganz einfache, die sich irgendwie von der Quadrat- oder Rechteckform ableiten. Beginnen wir mit der Sonne: Die Sonne ist ein Kreis, und da sie so freundlich ist, geben wir ihr noch einen lächelnden Mund in die Mitte. Und jetzt begradigen wir das alles: Ein Viereck mit einem Querstrich ist unser Zeichen für die Sonne. Oder wir denken an die Sonnenscheibe, die sich gerade über den Horizont erhebt und durch den Horizont waagerecht halbiert wird. Oh je, dafür gibt es drei ON-Lesungen und zwei kun-Lesungen: hi, bi, ka - NICHI, NI, JITSU. Die häufigsten Lesungen sind hi und NICHI. Und dieses Zeichen verwendet man auch für den Tag.

hi, (bi, ka) - NICHI, (NI, JITSU)

Sonne, Tag

Dann kommen wir doch gleich zum Mond, tsuki. Mondbetrachtungstürme gibt es oft in japanischen Burgen, z. B. in Matsumoto: Tsukimi-yagura, auch dort steckt der Mond = tsuki drin. Wie können wir uns das Zeichen merken? Im Grunde wie die Sonne, nur als Sichel geschrieben. Oder wir denken gleich an die Sichelform: Auch ein Croissant hat eine Sichelform, und daher nehmen wir die zwei Querstriche beiderseits des hochgeschlagenen Mittelzipfels. Die ON-Lesung des Mondes ist GATSU, und das brauchen wir für die Monatsnamen, die wir einfach von eins bis zwölf durchzählen.

tsuki - GATSU, GETSU

Mond, Monat

Jetzt kombinieren wir Sonne und Mond nebeneinander und erhalten das Zeichen für "hell". Klar, wenn Sonne und Mond uns mit ihrem Licht versorgen, dann kann es nur sehr hell sein! Oh je, hier gibt es wieder viele Lesungen: die drei verschiedenen ON-Lesungen lauten MYOU (go-ON), MEI (kan-ON), MIN (tou-ON). Die Lesung als MYOU ist eine sehr alte, kam mit den ersten buddhistischen Texten rüber nach Japan, und entsprechend taucht diese Lesung im religiösen Kontext auf, z. B. bei Tempelnamen oder bei buddhistischen Fachbegriffen. Im anderen Kontext ist MEI die häufigste Lesung. Die modernste sinojapanische ON-Lesung ist MIN, die aber selten vorkommt. Im modernen Chinesisch wird das Zeichen übrigens MING ausgesprochen, eine gewisse lautliche Verwandtschaft ist noch da. In der kun-Lesung wird dieses Zeichen nicht isoliert verwendet, sondern im Kontext, wobei die Silben in Klammern jeweils in Hiragana ergänzt werden. aka(rui) = hell, a(keru) = der Tag bricht an, aki(raka) = klar und deutlich. Hier wird die Eigenart deutlich, immer in Klammern abzusetzen, was nicht Bestandteil des Kanji ist. Diese drei verschiedenen Wörter illustrieren, daß ein Kanji immer ein ganzes Wortfeld aufspannt, und der Kontext entscheidet über die Nuance.

aka(rui), a(keru), aki(raka) - MYOU, MEI, MIN

hell

Ein viertes Zeichen wollen wir dazu nehmen in diese Gruppe, es ist zwar etwas komplizierter, doch zum Grund kommen wir gleich. Dieses Zeichen lautet SHOKU oder ta, und es ist Bestandteil von taberu / tabemasu - essen. Es ist komplex, aber dennoch leicht zu merken: Japaner essen nicht auf der Straße, sondern im Haus. Also malen wir ein Dach mit einem kleinen Stützbalken in der Mitte, darunter denken wir daran, daß die Sonne aufgeht, wenn uns jemand ein leckeres Essen vorsetzt, und unten haben wir zwei schräggekreuzte Stäbchen zum Essen in freudiger Erwartung des Servierten. Oder dauert dem Betreffenden das Kochen zu lange, und er sitzt da mit verschränkten Armen und knurrendem Magen? Das Zeichen ist wahnsinnig vielseitig in der Verwendung: Es taucht auf in den Wörtern für Tischgeschirr, Frühstück, Appetit, ausessen gehen, Abendessen, Eßzimmer, Eßgewohnheiten, Nahrungsmittelvergiftung, Eßbares, Mittagessen u.v.a.m. Da wird es meistens SHOKU ausgesprochen: shokuji, choushoku, shokki, chuushoku, shokudou, shokugo, yuushoku, shokumotsu, shokuyoku, gaishoku, shokuchuudoku, shokuseikatsu. Nur in den Wörtern taberu = essen und tabemono = Essen wird die ta-Lesung verwendet.

ta(beru) - SHOKU

essen, Essen, Nahrung

Damit können wir schon ganze Wörter schreiben: Wo begegnet uns z. B. dieses Zeichen für Sonne/Tag? In der Allerwelts-Begrüßung "Konnichiwa"! Das setzt sich zusammen aus den Kanji kon - nichi und der Partikel wa:

konnichiwa!

Und das Wort für Japan können wir auch mit bereits bekannten Kanji schreiben: NI-HON

Nihon

Das Verb "essen" = tabemasu wird mit dem Kanji SHOKU/ta geschrieben, der Rest mit Hiragana:

tabemasu

Aus den bekannten Kanji können wir auch zwei interessante Wörter bilden: Das Wort für Mondfinsternis = Gesshoku setzt sich zusammen aus Mond und fressen, dasjenige für die Sonnenfinsternis Nisshoku aus der Sonne und fressen: In der Tag werden bei diesem kosmischen Ereignis der Mond bzw. die Sonne "gefressen"! Die wissenschaftliche Erklärung ist freilich eine andere.

Gesshoku und Nisshoku

Und die im Alltags-Japanisch verwendeten Monatsnamen können wir auch schreiben, denn die werden einfach nur durchgezählt, Januar = Eins-Monat = ichi-gatsu, Februar = Zwei-Monat = ni-gatsu, März = Drei-Monat = san-gatsu, Oktober = Zehn-Monat = juu-gatsu etc. Alle Kanji dafür haben wir schon gelernt:

Januar = ichigatsu Februar = nigatsu

März = sangatsu Oktober = juugatsu

Das Wort für "hell" können wir auch schreiben: aka(rui) = hell, Kanji für aka, ru und i mit Hiragana, und fertig ist das i-Adjektiv für "hell":

akarui

Wahnsinn, was alles schon in Kanji geht! :-) In der oben vorgestellten Wortgruppe haben wir ein Zeichen bei "Konnichiwa" verwendet, das noch nicht besprochen wurde. Dieses Zeichen, das in "konnichiwa" in der ON-Lesung KON verwendet wurde, wird auch als KIN und als ima gelesen. "ima" bedeutet: jetzt, sofort, in diesem Moment, gegenwärtig. Schauen wir uns das Zeichen genauer an: Ein Dach ohne Mittelpfosten, der Hauptbalken von zwei Querbalken ist schräg abgestützt, die linke Stütze fehlt ganz - dieses Haus muß genau JETZT zusammenstürzen und einfallen, das kann nicht halten!

ima - KON, KIN

jetzt

Ok, wir wollten einfache Kanji lernen, die auf Quadraten und Rechtecken beruhen, und dahin kehren wir jetzt wieder zurück. Ein Quadrat mit senkrechter und waagerechter Unterteilung erinnert an ein hübsch parzelliertes Reisfeld, und genau das soll das Kanji auch darstellen: ta, da - DEN. Das taucht häufig als Radikal in komplexen Kanji auf.

ta, da - DEN

Reisfeld

Noch einmal zur Sonne: Wir setzen auf die Sonne oben drauf einen einzigen schrägen Strich, einen Tropfen oder - ach wie hübsch - eine Schneeflocke, die so angestrahlt ganz weiß erstrahlt. In der Tat heißt dieses Zeichen shiro, shira - HAKU und bedeutet weiß. Tatsächlich soll dieses Zeichen sich aus einer Schädelzeichnung entwickelt haben, und die gebleichten Knochen sind ja auch weiß, doch das Bild mit dem Schneeflöckchen auf der Sonne ist einfach viel schöner und merkfähiger. Das vierte Zeichen in der Reihe ist fast wie die Sonne, nur mit einer Unterteilung mehr.

shiro, shira - HAKU

weiß

Was sind die Sonnen des Menschen? Die Augen natürlich, und dieses Zeichen bedeutet Auge. Man kann auch den Kopf nach links legen und sieht nebeneinander Auge, Nase, Auge. Oder wir gucken auf ein Auge und sehen deutlich drei Zonen: Oberlid, Augapfel, Unterlid. Die Lesung ist me - MOKU. Dieses Radikal findet sich in vielen zusammengesetzten Kanji, z. B. für die Bedeutungen Augenbraue, Augenhöhle, blind, sehen, blinzeln, Augen aufschlagen, Aussehen, starren.

me - MOKU

Auge

Damit können wir weitere Wörter schreiben: die Farbe "weiß" ist uns als i-Adjektiv bekannt: Shiroi. Der Stamm ist das Kanji Shiro, da wird das Hiragana-i drangehängt. Jetzt wollen wir höflich schreiben: Das Auto ist weiß:

kuruma wa shiroi desu. Geht doch mit den Kanji! :-)

Bleiben wir noch ein bißchen beim Auge: Jetzt machen wir dem Auge mal sprichwörtlich Beine, damit es auch was tut: sehen! Wir nehmen das Zeichen für Auge und fügen unten die zwei Häkchen als Beine an. Diese beiden Häkchen gibt es auch laut Kanji-Lexikon des Verlags Obunsha als eigenes Radikal und stellen ursprünglich den menschlichen Körper dar. Wir geben ihnen den Spitznamen "Beine". Die echten Beine (ashi) werden freilich anders geschrieben. Die Lesung des Zeichens ist nun mi(ru) - KEN, GEN, und eine bekannte Verwendung des Zeichens kommt im Verb miru, mimasu = sehen vor.

mi(ru) - KEN, GEN

sehen

Bleiben wir noch ein bißchen beim Auge: Wenn wir auf das Auge oben einen kleinen Schrägstrich setzen, erhalten wir das Kanji für "selbst", mizuka(ra) in der kun-Lesung, JI oder SHI in der ON-Lesung. Das Zeichen wird mit 6 Strichen geschrieben. Man beginnt mit dem kleinen Schrägstrich oben, dann die linke Vertikale, oben quer und rechts runter in einem Zug, dann die drei fehlenden Querstriche von oben nach unten. Wir erhalten also unser Selbst, wenn wir mit dem Finger schräg von oben auf das Auge weisen: Seht her, DAS bin ich.

mizuka(ra) - JI, SHI

selbst

Bleiben wir beim menschlichen Gesicht: Ganz einfach ist das Zeichen für den Mund: Ganz weit offen steht der vor Erstaunen, oder um Essen zuzuführen: Ein einfaches Quadrat mit der Lesung kuchi - KOU bedeutet "Mund". Wie wir weiter unten sehen werden, ist dieses Kanji Bestandteil der Wörter Eingang und Ausgang, und deshalb ist es nicht unbedeutend für Japan-Reisende. Im Kontext wird es aber weich "guchi" gesprochen.

kuchi - KOU

Mund

Oben hatten wir das Zeichen für den Mund. Jetzt zeichnen wir einen richtig großen, offenen Mund, so ein richtiges Großmaul, und wir geben ihm die zwei Beine, die wir schon dem Auge zum Sehen gegeben haben: Was ist das größte Großmaul auf zwei Beinen, das man haben kann? Es ist der ältere Bruder, der alles besser weiß und kann und einem ständig Vorschriften machen will: Dieses Zeichen heißt ani in der kun-Lesung und KEI oder KYOU in der ON-Lesung. Man schreibt es, indem man mit dem Großmaul beginnt, erst links von oben nach unten, dann in einem Zug oben und rechts, dann unten quer, schließlich linkes Bein und dann das rechte Bein mit der Fußspitze nach oben, die fordernd auf und ab wippt und ungeduldig auf den Boden tappt und zu sagen scheint: "Wird's bald, kleiner Bruder?".

ani - KEI, KYOU

ältere Bruder

Bleiben wir in der Familie, wenn wir schon beim älteren Bruder waren: Der eigene Vater ist chichi. Eine alternative kun-Lesung ist tou. Die On-Lesung ist FU. Da steht er, mit schräggekreuzten Armen unter den lachenden Augenbrauen, und er freut sich, wenn der Sohn nach Hause kommt. Beim Schreiben machen wir erst die Augenbrauen jeweils von oben nach unten, dann den großen Strich von rechts oben nach links unten, dann den kreuzenden Langstrich für den anderen Arm. Der Begriff chichi bezeichnet den eigenen Vater. Die Väter anderer oder dritter Personen heißen "otou-san" bzw. "otou-sama". Eltern untereinander reden sich gegenseitig mit "okaa-san" und "otou-san" an. Und in diesem "otou-san" steckt ebenfalls dieses Kanji drin, nur in der anderen Lesung: o-tou-sa-n, die drei anderen Silben werden mit Hiragana ergänzt.

chichi, tou - FU

Vater

Und die Mutter gibt es auch als eigenes Zeichen. Was kann die Mutter, was der Vater nicht kann? Kinder kriegen - hier sind es gleich Zwillinge. Wir schreiben ein Rechteck mit beiderseits überstehendem Mittelstrich und setzen in jede Abteilung einen kleinen Schrägrechtsstrich für die beiden Kinder in Mutters Leib. Die kun-Lesung ist haha oder kaa, die On-Lesung ist BO. So ein ähnliches Rahmenwerk hatten wir beim Mond, doch das Zeichen für die Mutter schreibt man anders: Erst in einem Zug links senkrecht runter mit leichter Biegung, spitzen Winkel bilden und ohne abzusetzen unten quer rüber. Dann oben neu ansetzen, rechts rüber und runter mit Endhaken. Jetzt Zwillinge reinsetzen, und der beiderseits überstehende Querstrich drückt aus, daß es zweieiige Zwillinge sind. Der Begriff haha bezeichnet die eigene Mutter. Die Mütter anderer oder dritter Personen heißen "okaa-san" bzw. "okaa-sama". Und in diesem "okaa-san" steckt ebenfalls dieses Kanji drin, nur in der anderen Lesung: o-kaa-sa-n, die drei anderen Silben werden mit Hiragana ergänzt.

haha, kaa - BO

Mutter

Oben wurde das Zeichen für das Tor vorgestellt, die zweiflügelige Tür. Jetzt stellen wir uns vor: Ein Fremder tritt an das Tor des Hauses, und in der Toröffnung erscheint ein offener Mund: Der Fremde will bestimmt nach dem Weg fragen! Entsprechend heißt dieses Zeichen auch Frage, fragen. In der kun-Lesung to(u) oder ton, in der ON-Lesung MON. Und Frage heißt shitsumon. Man schreibt das Zeichen zunächst wie das Tor, dann setzt man den Mund unten in die Öffnung. Und shitsumon schreibt man mit zwei kanji, SHITSU (Qualität, Pfand) und MON.

to(u), ton - MON

Frage, fragen

Für das nächste Zeichen brauchen wir noch einen Körperteil, das Ohr. Es sieht so ähnlich aus wie das für das Auge, aber es gibt ein paar Unterschiede: Der obere Querstrich steht beiderseits über, der untere Querstrich ist schräg, auch er steht beiderseits über. Und der rechte senkrechte Strich ist auch unten ein bißchen länger. Man schreibt das Ohr, das mimi oder JI oder NI gelesen wird, erst oben quer, linke Senkrechte, beide kleine Querstriche, unterer langer Querstrich schräg nach oben, zuletzt die rechte lange Senkrechte. Oder, hier gibt es zwei Möglichkeiten, erst oben quer, linke Senkrechte, rechte Senkrechte in bißchen länger, beide kleine Querstriche, unterer langer Querstrich schräg nach oben.

mimi - JI, NI

Ohr


Weiter geht's: noch eine dritte Handvoll Kanji!
Und mit dem letzten Zeichen, dem Ohr, kehren wir zurück zum Tor, dem zweiflügeligen Zugang zum Grundstück, dem Zeichen MON. Oben haben wir mit dem offenen Mund nach dem Weg gefragt, jetzt kommt die Antwort vom Bewohner. Dazu tauschen wir schnell den Mund gegen das Ohr aus, damit der Fremde hören kann, was gesagt wird. Das Zeichen für hören wird ki(ku) oder BUN oder MON gelesen. Man schreibt das Zeichen zunächst wie das Tor, linker Flügel, rechter Flügel mit Haken, dann setzt man das Ohr unten in die Öffnung.

ki(ku) - BUN, MON

hören

Zwei bereits bekannte Zeichen kombinieren wir jetzt, das für Baum und das für die Sonne. Die Sonne geht hinter dem Baum auf. Wo? Natürlich im Osten. Das liest man higashi, wie im Stadtbezirk Higashiyama-ku in Kyoto, oder seltener azuma, in der ON-Lesung TOU, wie in den Tempelnamen Tou-ji in Kyoto oder Toudai-ji in Nara. Beim Schreiben beginnt man mit dem oberen Querstrich des Baums, dann folgt die Sonne, dann die Vertikale des Baums und linker bzw. rechter Seitenast. Dieses Kanji ist Bestandteil des Städtenamens Tokyo.

higashi, azuma - TOU

Osten

Jetzt wagen wir uns an etwas Kompliziertes: Ein Kanji mit gaaaanz vielen Strichen. Es ist das Zeichen RAN, Orchidee. Im heutigen Chinesisch wird es LAN ausgesprochen. Das Zeichen wird aber auch für die Niederlande verwendet, aus Holland wird Oranda, O-ran-da, normalerweise mit vier Katakana o-ra-n-da geschrieben. Das geht aber auch mit drei Kanji. Auch wenn man den Namen der iranischen Hauptstadt, Teheran, mit Kanji schreiben will, bildet dieses Zeichen den Abschluß. Ordnen wir das Wirrwarr: Wir entdecken drei Module: das Rahmengerüst bildet wieder das Zeichen MON für das zweiflügelige Tor. In dieses Tor ist das Zeichen für Osten gesetzt worden, das sich seinerseits aus der Sonne und dem Baum zusammensetzt. Neu ist jetzt nur der Überbau: Ein waagerechter langer Strich mit zwei kleinen vertikalen, kreuzenden Querstrichen gibt es nicht als isoliertes Zeichen, aber es ist ein typisches Merkmal von Kanji für krautige Pflanzen. Dieses Element taucht auch in den Zeichen für Hana = Blume oder Kusa = Gras auf. Gerade Gras kann man sich gut merken: Ein großer Querstrich für den ebenen Boden, und daraus wachsen zwei Grasbüschel aus der Erde nach oben. Die Orchidee setzt sich also zusammen aus dem Zeichen für krautige Pflanzen (nicht für Bäume), für Tor und für Osten = Sonne und Baum. Die Orchidee ist bildlich also die Pflanze am Tor des Aufgangs der Sonne hinter dem Baum. Dieses Kanji ist ein besonders schönes Beispiel für den modularen Aufbau komplexer Kanji.

oranda - RAN

Orchidee

Jetzt kehren wir wieder zu einfachen Zeichen zurück, solchen, die man in der ersten Grundschulklasse lernt. Die beiden nachfolgenden Zeichen sind unentrinnbar in Japan, sie stehen an jedem Museum, an jedem Tempel, überall, wo Besucherströme kanalisiert werden müssen, selbst auf Parkplätzen sind sie Bestandteil der Bodenmarkierungen: Eingang und Ausgang, Einfahrt und Ausfahrt. Das erste Zeichen bedeutet hineingehen, hai(ru) oder i(ru), in der ON-Lesung NYUU. Das Verb hairu bedeutet "hineingehen". Man schreibt es mit zwei Strichen, erst den nach links, dann holt man oben etwas weiter links aus, etwas abgewinkelt, und führt den zweiten Strich nach rechts unten aus. Der Strich ähnelt fast ein bißchen dem Zeichen für Mensch, wenn da nicht der Fortsatz oben wäre und der tiefere Ansatz des ersten Striches. In der Tat ist es ja der Mensch, der irgendwo hineingeht, und als erstes verbeugt man sich danach, der eine Strich rutscht etwas tiefer, und der andere Strich verbeugt sich nach links.

hai(ru), i(ru) - NYUU

hineingehen

Das Gegenteil ist "herauskommen", de(ru) oder SHUTSU. Das Zeichen hat jetzt fünf Striche, erst zeichnet man die Senkrechte in der Mitte, dann macht man den oberen Haken aus linker Senkrechte und Horizontale, setzt den Endstrich an, dann das Gleiche mit dem gleichen unteren Element. Wie kann man sich das merken? Im Grunde sieht das aus wie zwei Berge übereinander, und aus dem Tal dazwischen muß der Reisende herauskommen.

de(ru) - SHUTSU

herauskommen

Das Wort für Eingang oder Einfahrt ist iriguchi, und es wird mit zwei Kanji geschrieben, dem für hineingehen und dem für Mund: Das ist die große Öffnung, in die die Leute hineingehen. Das Verb "hineingehen" lautet  deru und wird geschrieben mit dem Kanji hai und der Hiragana-Silbe ru. Isoliert heißt es natürlich kuchi, aber im Kontext wird es weich zu guchi.

iriguchi Eingang, Einfahrt

Das Wort für Ausgang oder Ausfahrt ist deguchi, und es wird mit zwei Kanji geschrieben, dem für herauskommen und dem für Mund: Das ist die große Öffnung, aus der die Leute herauskommen, das große Maul. Das Verb "herauskommen" lautet "detekuru", geschrieben mit dem Kanji de und den Hiragana-Silben te-ku-ru.

deguchi Ausfahrt, Ausgang

Zum Abschluß der Serie folgt noch ein ganz einfaches Kanji, das für die Zahl Tausend. Die Lesung ist chi oder SEN. Als Zahlzeichen kennen wir SEN. 2022 ist NI-SEN-NI-JUU-NI. Die alternative Lesung chi hilft uns, sich das Zeichen zu merken: Wie sieht das Katakana-Zeichen für die Silbe Chi aus? Fast genau so! Man beginnt mit dem schrägen Strich oben und führt ihn auslaufend von oben rechts nach links unten - auch das kennen wir vom Katakana-Zeichen chi. Dann folgt der große Querstrich von links nach rechts, zuletzt die Senkrechte.

chi - SEN

Tausend

Das Zeichen für "Mitte" oder "innen" ist klar zu verstehen: Wir zeichnen ein Rechteck und ziehen die Vertikale MITTEN durch. Das Zeichen wird naka oder CHUU, auch JUU gelesen. Im Zusammenhang der Tempelarchitektur kennen wir das Chuu-mon, das mittlere Tor. Und die kleinen Innenhofgärten nennt man Naka-niwa. Man schreibt zuerst das Rechteck, linke Vertikale, oben rüber und nach unten abknicken, unten schließen, dann die große Senkrechte durch die MITTE.

naka - CHUU, JUU

Mitte, innen

Jetzt noch ein einfaches Zeichen: Drei Striche vertikal nebeneinander, der linke etwas unten nach links gezogen? Das sieht nach einem Strömungsprofil aus: So fließt Wasser, in parallelen, leicht ondulierenden Linien - so sieht ein Fluß aus, kawa oder SEN. Mitten durch Kyoto fließt der Kamogawa, ein Nebenfluß des Yodogawa, und beide Flußnamen werden mit diesem Kanji geschrieben, auch wenn das harte kawa im Kontext -gawa ausgesprochen wird.

kawa - SEN

Fluß

Schlechtes Wetter: Man steht innen vor dem zweiflügeligen Fenster, und daußen prasselt der Regen schräg gegen die Scheibe, in zwei Schrägstrichen, egal, durch welchen Fensterflügel man schaut. Gut, daß auf einer kleinen Mittelstütze noch ein Vordach zusätzlichen Schutz bietet. Es deckt aber nicht bis ganz unten ab, da ist der untere Holm des Fensters schon weggefault. Dieses Zeichen bedeutet "Regen", und es wird ame oder ama in der kun-Lesung und U in der ON-Lesung ausgesprochen. Beim Schreiben beginnt man mit dem Vordach, dann linkes Fensterholz, oben quer und rechts runter in einem Zug, Mittelsenkrechte, und dann Regen, Regen, Regen, Regen.

ame, ama - U

Regen

Jetzt nehmen wir das bereits bekannte Auge und fügen unten zwei kleine nach außen gerichte Schrägstriche an. Merkhilfe: Wenn wir die beiden Hälften einer Muschel vorsichtig auseinanderklappen, liegt manchmal eine Perle drin und schillert wie ein Auge. In der kun-Lesung ist es kai, in der ON-Lesung BAI.

kai - BAI

Muschel

In der Metzgerei hängt ein Stück Fleisch von der Decke: Am Haken hängt ein Block, und die Maserung ist sichtbar, in der roten Fläche ziehen sich zwei weiße Adern rechts und zwei links, deutlich sichtbare Sehnen oder Fettstreifen. Unten ist offen, damit es abtriefen kann. So kann man sich leicht dieses Zeichen visualisieren, für das es nur die ON-Lesung NIKU gibt, kein kun-Lesung. Man schreibt es, indem man mit dem Rahmen beginnt, links, dann oben que rund rechts runter in einem Zug, und dann beginnt man mit der Aufhängung, zieht durch zur ersten Sehne, zweite Sehne rechts dran und im Zickzack weiter runter. Einmal die Fleischadern hineingesehen, das vergißt man nie.

NIKU

Fleisch

Die späten 1990er Jahre bescherten der Welt eines der nervigsten Spielzeuge und eine Menge Elekronikschrott: Das war die Zeit der Tamagotchis. Das wesentliche daran war, rechtzeitig die Tasten für "Füttern" und "Hinterlassenschaften wegräumen" zu drücken, wann immer es sich meldete. Genau so was sehen wir hier: Zwei Tasten zum Drücken, die eine windschief, die andere gerade, damit man sie nicht verwechelt. Und beide Tasten haben einen Druckpunkt schräg in der Mitte gesetzt. Der Name Tamagotchi setzte sich zusammen aus Tamago = Ei und einer Verniedlichungsform chi, von manchen auch als Rest von watch = Uhr interpretiert. Und genau dieses Zeichen hier bedeutet "Ei" und wird tamago bzw. RAN gelesen. Man beginnt mit dem linken, schiefen Rechteck, beginnt ganz oben, runter, unten nach rechts. Dann der Druckpunkt, schließlich die rechte Vertikale, im Bogen nach links unten auslaufend. Weiter geht es mit der rechten Taste: oben quer und rechts runter mit Endbogen, linke Vertikale, zuletzt Druckpunkt setzen. Gott sei Dank piept dieses Zeichen nicht immer dann, wenn man es nicht gebrauchen kann.

tamago - RAN

Ei

Das Zeichen für den Baum (ki) klein innerhalb des Zeichen für einen großen Mund: Wenn das Bäumchen in diesen riesigen, gefräßigen Mund gerät, ist es natürlich in großen Schwierigkeiten! Oder, wenn wir einen Baum draußen ausreißen und ins quadratische Zimmer stellen, ohne Wasser und Sonne, auch dann ist er in existentiellen Schwierigkeiten. Das Kanji, das koma(ru) oder KON gelesen wird, bedeutet "in Schwierigkeiten sein", "in Bedrängnis sein" oder "Ärger haben". Erst zeichnet man die linke Vertikale, dann in einem Zug oben und rechts, dann den Baum wie gehabt, und zuletzt wird der Mund unten geschlossen. Das Verb "komaru" verwendet man gerne im Japanischen, um ein direktes Nein zu vermeiden, man sagt dann lieber, daß es einen in Bedrängnis bringen würde, dem Wunsch des anderen nachzukommen.

koma(ru) - KON

in Schwierigkeiten sein,
in Bedrängnis sein, Ärger haben

Bleiben wir bei genau dem gleichen Prinzip, nur diesmal sperren wir einen Menschen in das Quadrat, den gefräßigen Schlund oder das quadratische Zimmer: Gleicher Rahmen, doch innen ist das Kanji für den Menschen, hito. Dieses Zeichen wird tora(waeru) gelesen und bedeutet "gefangen". Das Gefangensein wird wunderbar nachvollziehbar durch den Menschen im Kasten illustriert. Primär ist das ein Raum, kann also auch ein Zimmer bei Regen, Schnee oder Sturm sein, wodurch man es nicht verlassen kann. Aber dieses Zeichen wird genauso für die Wörter Gefangener, Verhaftung, Krimineller etc. verwendet. Shuu = Gefangener, Shuujin = Sträfling, Gefangener, Kakuteishikeishuu = ein zum Tod Verurteilter, Zaishuu = Gefangener. In allen steckt dieses Kanji. Kun-Lesung: tora(waeru), ON-Lesung: SHUU. Die Strich-Reihenfolge ist analog zum vorherigen Kanji: Linke Senkrechte, oben und rechts in einem Zug, linker Schenkel innen, rechter Schenkel innen, und unten zumachen nicht vergessen.

tora(waeru) - SHUU

gefangen, Gefangener

Soooo, jetzt haben wir 46 Kanji geschafft. Im ersten Schuljahr sind für Grundschüler 80 Kanji vorgesehen (sie lernen vorher ja noch Hiragana und Katakana), im zweiten 160, ab dem dritten rund 200. 46 haben wir davon schon. Insgesamt lernen die Japaner in 6 Jahren Grundschule 1026 Kanji, also knapp 4 pro Kalenderwoche. Wir haben also ca. zweieinhalb Monate eines Grundschülers geschafft.


Literatur, Links und Quellen:
Kanji-Poster von Wolfgang Hadamitzky: https://www.hadamitzky.de/deutsch/kanji_poster.htm, im einzelnen: https://www.hadamitzky.de/poster/Kanji-Poster1_DE_2022.pdf - https://www.hadamitzky.de/poster/Kanji-Poster2_DE_2022.pdf - https://www.hadamitzky.de/poster/Kanji-Poster3_DE_2022.pdf - https://www.hadamitzky.de/poster/Kanji-Poster4_DE_2022.pdf - https://www.hadamitzky.de/poster/Kanji-Poster5_DE_2022.pdf - https://www.hadamitzky.de/poster/Kanji-Poster6_DE_2022.pdf - https://www.hadamitzky.de/poster/Kanji-Poster7_DE_2022.pdf - https://www.hadamitzky.de/poster/Kanji-Poster8_DE_2022.pdf - https://www.hadamitzky.de/poster/Kanji-Poster9-1_DE_2022.pdf - https://www.hadamitzky.de/poster/Kanji-Poster9-2_DE_2022.pdf
Schreibübungen von Wolfgang Hadamitzky für Kanji:
https://www.hadamitzky.de/pdfs/KuK_Uebungsbuch_Kanji.pdf
Namens-Kanji, bereitgestellt von Wolfgang Hadamitzky:
https://www.hadamitzky.de/kanji_tests/Namens-Kanji_de.pdf
Kanken-Kanji-Test, bereitgestellt von Wolfgang Hadamitzky:
https://www.hadamitzky.de/kanji_tests/Kanjilist_Kanken_de.pdf
Der Japanese Language Proficiency Test (JLPT), bereitgestellt von Wolfgang Hadamitzky:
https://www.hadamitzky.de/kanji_tests/Kanjilist_JLPT_de.pdf
Kanji-Kurs von Wolfgang Hadamitzky:
https://www.hadamitzky.de/deutsch/kanji_kurs.htm - alle Folgen bis 83: https://www.hadamitzky.de/kanji/alle_bisherigen_83_Folgen.pdf
Kanji auf Wikipedia:
https://de.wikipedia.org/wiki/Kanji
Alexander Soemer: Lernen sinojapanischer Schriftzeichen mit Bildern und Animationen, Dissertation, Universität Tübingen, Tübingen 2010
Kanji des Monats: in dieser Liste
https://www.de.emb-japan.go.jp/NaJ/ausgabeliste.htm - https://www.de.emb-japan.go.jp/NaJ/NaJ2209/post_kanji.html - https://www.de.emb-japan.go.jp/NaJ/NaJ2209/issues.html
Video-Kurs von Dominik Wallner: Kanji lernen #01 - ON-Lesung und kun-Lesung
https://www.youtube.com/watch?v=cF9IvHsaXnU
Video-Kurs von Dominik Wallner: Kanji lernen #02 - Der modulare Aufbau der Kanji
https://www.youtube.com/watch?v=6cjkD669CN8
Kanji des Grundschul-Unterrichts:
https://de.wikipedia.org/wiki/Ky%C5%8Diku-Kanji - Anklicken des jeweiligen Zeichens führt zur japanischen Seite, wo die Strichreihenfolge erklärt wird.
Kanji-Trainer:
https://www.kanji-trainer.org/kanji.php?ln_neu=de


das japanische Schriftsystem - die Hiragana-Schrift - die Katakana-Schrift

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