Bernhard Peter
Bhaktapur, Durbar Square (1):
Basantapur Chowk

Im Westen des eigentlichen Durbar Square und des Königspalastes befindet sich auf der Nordseite des Platzes dieser reichgeschmückte Eingang, der heute zur "Shree Padma Higher Secondary School" führt. Früher war das einmal ein Teil des Königspalastes und wurde Basantapur Chowk genannt. Im folgenden die Details der Skulpturen dieses ersten Löwentores.

Die 1707 entstandenen Reliefs stellen Ugrachandi und Ugrabhairab dar. Es handelt sich um fürchterliche Manifestationen von Göttern, die beide mit Ketten aus menschlichen Schädeln behangen sind. Die Göttin Ugrachandi (linke Abb.) ist die fürchterliche Manifestation von Parvati, Gefährtin Shivas, und besitzt 18 Arme, die verschiedene Waffen halten. Das Relief entstand unter König Bhupatindra Malla. Der Gott Ugrabhairab (Abb. rechts) besitzt nur zwölf Arme. Ugrachandi tötet gerade einen Büffeldämonen zu ihren Füßen.

Detail der Göttin Ugrachandi

Abb. links: Detail des Gottes Ugrabhairab. Abb. rechts: Daneben stehen die beiden Löwenstatuen von ausgesuchter künstlerischer Qualität. Es wird die unbelegte Legende erzählt, der Auftraggeber, der König von Bhaktapur, wollte nach Fertigstellung der Reliefs und Statuen, daß niemand sonst so ein Kunstwerk besitzen sollte (es gab damals eine ziemliche Konkurrenz zwischen den Königreichen des Kathmandu-Tales), und er ließ den Künstlern die Hände abhacken.

Krishna-Tempel

Ebenfalls im Westen des eigentlichen Durbar Square und des Königspalastes befindet sich in der Mitte des Platzes dieser Krishna-Tempel im traditionellen Stil mit zwei Dächern. Verborgen durch den Tempel befindet sich dahinter das Eingangstor zum Durbar Square, welches das Platzareal von den Wohnvierteln dahinter abgrenzt. Rechts im Bild das eingangs beschriebene Tor des Basantapur Chowk mit Skulpturen und Reliefs.

Shiva-Kedarnath-Tempel

Im südlichen Bereich der westlichen Partie des Durbar Square von Bhaktapur, gegenüber des westlichen Eckpunktes des Königspalastes, steht dieser Shiva-Tempel (Shiva Kedarnath-Tempel) im Shikara-Stil, weitgehend aus Ziegeln errichtet. Nur die Vorbauten an den Seiten stützen sich auf eine Konstruktion aus geschnitzten Holzbalken. Im folgenden die Details. Bei dem verheerenden Erdbeben des Jahres 2015 ist inzwischen die zentrale Spitze etwa zur Hälfte eingestürzt. Große Risse durchziehen den Stumpf. Die kunstvollen seitlichen Vorbauten überlebten die Erdstöße, sind aber einsturzgefährdet und müssen massiv abgestützt werden. Deswegen muß der Tempel komplett abgetragen und neu errichtet werden.

In diesem genau nach Westen gerichteten Bild vom Durbar Square sieht man von links nach rechts den Shiva-Kedarnath-Tempel im Shikara-Stil, den Krishna-Tempel im traditionellen Stil, das Westtor des Durbar Square, den linken und den mittleren Flügel des Königspalastes, ersterer aus unverputzten Ziegeln, letzterer weiß verputzt und gestrichen, an der Grenze zwischen beiden das zweite Löwentor.

Literatur, Links und Quellen:
Wolfgang Korn: The traditional architecture of the Kathmandu valley, Bibliotheca Himalayica, Series III, volume 11, Ratna Pustak Bhandar, Kathmandu, 1976/2007, ISBN: 978-99933-0-630-6.
Durbar Square:
https://en.wikipedia.org/wiki/Bhaktapur_Durbar_Square
Bhaktapur:
http://www.holidaynepal.com/kathmandu/about-bhaktapur.html

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© Urheberrecht an Text, Graphik und Photos: Bernhard Peter 2017, Photos aus dem Jahr 2009
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