Bernhard Peter
Bhaktapur, Taumadhi-Tol, Taumadhi-Platz (1):
Nyatapola-Tempel

Südöstlich vom Durbar Square wird mit dem Taumadhi-Tol ein weiterer wichtiger innerstädtischer Platz gebildet. Er wird beherrscht von einem Tempel in traditioneller Newar-Architektur an seiner nördlichen Schmalseite, dem 1708 unter König von Bhupatindra Malla vollendeten Nyatapola-Tempel. Zum Namen: Dabei bedeutet Pola Stufe und Nyata fünf, also heißt der Tempel einfach fünfstöckiger Tempel, wobei sowohl der pyramidenförmige Unterbau fünf sukzessive zurückspringende Terrassen besitzt, sondern auch, und das ist namensprägend, das Dach. Mit diesen insgesamt fünf, kontinuierlich kleiner werdenden Dächern und 30 m Höhe (ohne Terrassensockel) ist der Nyatapola-Tempel der höchste und berühmteste Tempel des Kathmandutals, zudem seit 1979 Weltkulturerbe.

Er ist der Glücksgöttin Lakshmi geweiht, genauer befindet sich im Inneren ein Bild ihrer mächtigsten Erscheinungsform Siddhilakshmi Bhavani. Interessant ist die Nachbarschaft zum Bhairavnath-Tempel - dieser Lakshmi-Tempel sollte den negativen Einfluß der Göttin Bhairav ausgleichen. Lakshmi ist das Hauptmotiv auf den Schnitzereien an den insgesamt 108 Dachstreben, aber natürlich nicht das einzige Motiv, denn es sind auch andere Götter zu finden. Die Göttin Lakshmi ist auch auf dem Torana (Bogenfeld) über dem Eingang in Holz geschnitzt. Dem eigentlichen Götterbild innendrin konnten sich nur die Priester nähern; der Tempelraum ist stets verschlossen.

Der Tempel ist so geschickt gebaut, daß er sowohl das Erdbeben von 1934 als auch dasjenige von 2015 weitgehend unbeschädigt überstand. 1934 ging nur das oberste Dachelement kaputt, und 2015 kam nur die Spitze auf dem obersten Dach zu Schaden. Die zum eigentlichen Tempel das Stufenpodest hochführende Treppe besitzt auf jeder Ebene ein Paar von Wächterfiguren, ganz unten Menschen (die rajputischen Ringer und Krieger Jaya Malla bzw. Jayamel und Patta bzw. Phattu), gefolgt von Elefanten, Löwen und Greifen mit Adlerschnabel, Widderhörnern und Löwenkörper. Ganz oben bilden zwei Relieftafeln mit Götterfiguren (Tiergöttin Baghini und Löwengöttin Singhini) den Abschluß der Figurenfolge. Die Legende sagt, daß die Figuren jeder Ebene zehnmal stärker seien als die der jeweils tieferliegenden.

Literatur, Links und Quellen:
Wolfgang Korn: The traditional architecture of the Kathmandu valley, Bibliotheca Himalayica, Series III, volume 11, Ratna Pustak Bhandar, Kathmandu, 1976/2007, ISBN: 978-99933-0-630-6.
Durbar Square:
https://en.wikipedia.org/wiki/Bhaktapur_Durbar_Square
Bhaktapur:
http://www.holidaynepal.com/kathmandu/about-bhaktapur.html
Nyatapola-Tempel: https://en.wikipedia.org/wiki/Nyatapola - https://de.wikipedia.org/wiki/Nyatapola-Tempel - https://www.lonelyplanet.com/nepal/bhaktapur/attractions/nyatapola-temple/a/poi-sig/449979/357114 - http://www.thelongestwayhome.com/travel-guides/nepal/guide-to-nyatapola-temple-taumadhi-square-bhaktapur.html

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