Bernhard Peter
Tempel: Kyoto, Marishisonten-do


Der Marishisonten-do ist ein Subtempel des Kennin-ji und liegt im Stadtteil Gion (Adresse: 14 Komatsu-cho, Higashiyama-ku, Kyoto 605-0811). Er bildet die Südwestecke des großen Rechtecks im Stadtbild, das vom Kennin-ji eingenommen wird, und hat einen Zugang von Westen her von der Yamato Oji Dori und einen weiteren von Süden her von der Yasaka Dori aus. Letzterer ist der Hauptzugang, der mit einem Sanmon ausgestattet ist und gerade auf den Hondo zuführt. Im Nordosten grenzt der Tempelbereich an den Zenkyo-an, einem weiteren Subtempel des Kennin-ji. Die beiden Zugangswege werden von ein bißchen Grün gesäumt und verbergen die unspektakuläre Realität dahinter: Parkplätze. Erreichbar ist der kleine Tempel am besten über die Station Gion Shijo der Keihan Line, über die Station Kawaramachi der Hankyu Line oder ab Bahnhof mit den Bussen 100 oder 206, Haltestelle Higashiyama Yasui, Minamiza-mae. Der Tempel wird praktisch nur von Einheimischen besucht; die wenigsten Touristen verirren sich hierher.

Der Tempel hat einen besonderen Bezug zum Eber bzw. Schwein. Überall auf dem Gelände stehen mehrere mehr oder eher weniger kunst- und geschmackvolle Figuren des Tieres, am auffälligsten rechts und links den Eingang zum Hondo flankierend. Amulette und tönerne Votivgaben in Schweinchenform werden zum Verkauf angeboten. Die Ema sind auf der Vorderseite mit Schwein-Motiven bedruckt. Da der Eber bzw. das Schwein ein Tier des chinesischen Tierkreises ist, ist dieser Tempel besonders beliebt bei Menschen, die im Jahr des Schweines geboren sind, also ganz grob 1923, 1935, 1947, 1959, 1971, 1983, 1995 und 2007. Das nächste Jahr des Schweines wird 2019 sein. Die Überlappung mit unseren Jahren ist nicht vollständig, weil das astrologische Jahr im chinesischen Kalender später beginnt, traditionell an Li-Chun, dem Frühlingsbeginn (4. Februar, nicht identisch mit chinesisch Neujahr).

Eingang an der Yasaka Dori mit Mon

Vor dem Hondo, Südseite

Rechterhand: Gelegenheit zum Reinigen.

Statuen von Ebern bzw. Schweinen flankieren den Weg zum Hondo.

vorgezogener Eingang vor dem Hondo

Der Eber bzw. das Schwein ist ein Tier des chinesischen Zodiaks.

Der Tempel ist komplett von diesem Tier geprägt und besitzt unzählige Darstellungen des Ebers.

Deshalb ist er besonders beliebt bei Besuchern, die in einem Jahr des Schweines geboren sind.

In die Hibiskusbüsche wurden Omikuji geknotet.


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