Bernhard Peter
Sprache: Verben und Konjugation (2): Vertiefung


verschiedene Formen von Verben (Doushi)
Im ersten Kapitel stand im Vordergrund, möglichst unkompliziert möglichst viel erreichen zu können. Dort wurde einfach nur der grundlegende Umgang mit Verben dargestellt samt wichtigen Flexionsformen und Anhängen. Doch warum das alles genau so ist, verdient einen genaueren Blick, deshalb geht es in diesem Kapitel um die systematische Betrachtung von Verben und Vertiefung der zugrundeliegenden Grammatik.

Der Reisende braucht Verben eigentlich immer nur in der Masu-Form "im täglichen Betrieb". Doch das ist nur eine der vielen möglichen Formen, und es ist die Höflichkeitsform, nicht die Grundform. Die Grundform sagt genau das Gleiche aus, nur ist sie neutral, nicht höflich. In der Grundform reden enge Freunde miteinander. Die Wörterbuchform ist also grundsätzlich nicht höflich. Für den Reisenden ist jedoch immer die höfliche Form mit -masu angemessen, deshalb ist die Bildung derselben ein ganz wichtiger Punkt. Wir regeln im Deutschen die Höflichkeitssprache durch die Anrede ("Sie", "Ihnen"), und das Verb folgt dieser Form. Daß das Verb im Japanischen nicht einer grammatikalischen Person folgen kann, wurde dargelegt. Deshalb wird das Verb an sich in eine höfliche Form gebracht, in die masu-Form.

Die Wörterbuchform lautet z. B.:
  • tabe-ru = essen
  • mi-ru = sehen
  • oki-ru = aufstehen
  • hajime-ru = einen Anfang machen
  • kangae-ru = überlegen
  • i-u = sagen
  • a-u = treffen
  • wara-u = lachen
  • ka-u = kaufen
  • kak-u = schreiben
  • kir-u = schneiden
  • mats-u = warten
  • hanas-u = sprechen
  • suru = tun, machen, handeln
  • kuru = kommen
  • yomu = lesen
Die Höflichkeitsform lautet z. B.:
  • tabe-masu
  • mi-masu
  • oki-masu
  • hajime-masu
  • kangae-masu
  • i-i-masu
  • a-i-masu
  • wara-i-masu
  • ka-i-masu
  • kak-i-masu
  • kir -i-masu
  • ma-ch-i-masu
  • hana-sh-i-masu
  • shi-masu
  • ki-masu
  • yom-i-masu

Die Grundform ist jedoch in den Lexika gelistet, deshalb nennt man sie auch die Wörterbuchform. Vielfach wird sie mit dem Wort "Infinitiv" übersetzt - doch eigentlich ist das falsch, denn 1.) im Japanischen gibt es keinen Infinitiv im Sinne einer nicht-flektierten Grundform wie "essen", und 2.) stimmt die Funktion nicht mit der eines Infinitivs überein, denn die Grundform eines japanischen Verbs stellt einen vollständigen Satz dar, der deutsche Infinitiv aber nicht. Der deutsche Infinitiv "essen" ist kein vollständiger Satz, die Grundform "taberu" hingegen bedeutet z. B. "er ißt.", was ein einfachstmöglicher, nicht höflicher, aber vollständiger Satz ist. Ein solcher Einwortsatz wie "taberu." wäre im Japanischen folglich korrekt. Alle Satzteile, die aus dem Kontext klar sind, können weggelassen werden (Sprachökonomie). Im Deutschen ist das anders, je nach Prädikat ist eine unterschiedliche Mindestanzahl von Satzgliedern erforderlich.

Wer sich mit japanischen Verben befaßt, erlebt ein paar Überraschungen im Vergleich zur gewohnten (deutschen) Grammatik:

Verben heißen Doushi. Allerdings besteht keine 100%ige Übereinstimmung zwischen Doushi und Verben, weil es auch einige Doushi gibt, die eine Eigenschaft beschreiben. Japanische Verben kann man sich wie einen Güterzug vorstellen: Der Verbstamm ist die Lokomotive. Da werden hinten bestimmte Waggons = Informationen angehängt. Diese brauchen die richtige Kupplung am anderen Ende, damit das auch klappt. Diese richtigen Kupplungen erzeugen wir durch Verbflexion. Die Funktion der Flexionsformen japanischer Verben ist eine syntaktische. Sie geben also nicht Tempus, Numerus oder Person an, sondern, ob der Satz hier endet oder weitergeht, ob ein Nomen näher beschrieben wird oder ob es sich um einen Befehl handelt. An diese so vorbereitete "Lokomotive" können nun verschiedene und sogar mehrere Endungen ("Waggons") hinten angehängt werden.

Diese Endungen (Suffixe) heißen Jodoushi. Sie heißen so, weil sie an ein Doushi angehängt werden, um seine Bedeutung zu modifizieren, z. B. zu verneinen oder höflich zu machen. Sie sind selbst wiederum flektierbar. Jodoushi dürfen nicht mit Joshi verwechselt werden, das sind die nach Nomen stehenden Partikeln. So kann man auch verschiedene Waggons hintereinander koppeln, einen für die Vergangenheit, einen für die Verneinung, einen für die Vermutung und vielleicht noch einen für die Höflichkeit. Wenn man beispielsweise ausdrücken möchte, daß jemand jemanden zum Essen veranlaßt zu haben scheint, wird daraus: tabe-sase-ta-rashii-desu, mit -sase für den Kausativ, -ta für die Vergangenheit, -rashii für die Vermutung und -desu für die Höflichkeit. Über solche Endungen ("Waggons") kann man sogar die Einstellung des Sprechers zum Gesagten ausdrücken, z. B. wie er selbst die Information einschätzt, ob er etwas nur vermutet, ob er davon ausgeht, daß der Adressat seiner Worte mit ihm einer Meinung ist, daß das Gesagte für ihn unangenehm ist oder ob das Berichtete für ihn unerwartet kommt etc. Es sind unendlich viele modulierende Begleitinformationen, die über diese Anhängsel dem Verb mitgegeben werden können.


Das Phänomen der Flexionsformen von Verben (Doushi)
In der eingangs gezeigten Tabelle fällt auf, daß die Grundform immer auf -u endet. Weiterhin fällt auf, daß der letzte Teil der Grundform wegfällt und in der masu-Form durch etwas anderes ersetzt wird, und wie das genau geht, ist unterschiedlich: Mal wird der letzte Vokal beibehalten, mal ändert er sich, mal wird noch etwas eingeschoben, mal wird ein Konsonant noch geändert und an den neuen Vokal angepaßt. Im Fazit stellen wir fest, daß sich verschiedene Verben unterschiedlich verändern, wenn sie in die masu-Form überführt werden. Es gibt aber nicht nur die Endung -masu, sondern viele andere Endungen, wie z. B. die neutrale Verneinungsendung -nai. Und da wiederum stellen wir fest, daß eine andere Endung eine andere Veränderung der Grundform nach sich zieht. Beispiele:

Die Wörterbuchform lautet z. B.:
  • tabe-ru = essen
  • mi-ru = sehen
  • oki-ru = aufstehen
  • hajime-ru = einen Anfang machen
  • kangae-ru = überlegen
  • i-u = sagen
  • a-u = treffen
  • wara-u = lachen
  • ka-u = kaufen
  • kaku = schreiben
  • kiru = schneiden
  • matsu = warten
  • hanasu = sprechen
  • suru = tun, machen, handeln
  • kuru = kommen
  • yomu = lesen
  • motsu = haben, eignen, besitzen
Die Höflichkeitsform lautet z. B.:
  • tabemasu
  • mimasu
  • okimasu
  • hajimemasu
  • kangaemasu
  • iimasu
  • aimasu
  • waraimasu
  • kaimasu
  • kakimasu
  • kirimasu
  • machimasu
  • hanashimasu
  • shimasu
  • kimasu
  • yomimasu
  • mochimasu
Die neutrale Verneinungsform lautet z. B.:
  • tabe-nai
  • mi-nai
  • oka-nai
  • hajime-nai
  • kangae-nai
  • iwa-nai
  • awa-nai
  • warawa-nai
  • kawa-nai
  • kaka-nai
  • kira-nai
  • mata-nai
  • hanasa-nai
  • shi-nai
  • ko-nai
  • yoma-nai
  • motanai
Die höfliche Verneinungsform lautet z. B.:
  • tabemasen
  • mimasen
  • okimasen
  • hajimemasen
  • kangaemasen
  • iimasen
  • aimasen
  • waraimasen
  • kaimasen
  • kakimasen
  • kirimasen
  • machimasen
  • hanashimasen
  • shimasen
  • kimasen
  • yomimasen
  • mochimasen

Wir sehen, wie stark sich der Stamm hinten vokalisch und sogar konsonantisch verändern kann. In Hiragana geschrieben sieht es sogar noch schlimmer aus, weil für die ganze Silbe ein neues Zeichen ins Spiel kommt, wenn der Vokal geändert wird. Geschrieben haben die verschiedenen Formen ein völlig unterschiedliches Aussehen. In zweisilbigen Grundformen bleibt oft nur das erste Hiragana-Zeichen gleich. Bei den Verben suru und kuru ist sogar kein einziges Zeichen identisch mit denen der Grundform, in Hiragana geschrieben. So ganz ohne Erklärungen betrachtet, sieht das nach einer ziemlichen Willkür aus - ist es aber nicht. Dieses Kapitel will erklären, warum das alles streng logisch ist. Man muß es nur systematisch angehen, dann erscheint das japanische Flexionssystem viel ausnahmeärmer als die Konjugation in europäischen Sprachen. Und wir müssen uns an viele neue und für uns erst einmal seltsame Funktionen der Endungen gewöhnen. Dazu müssen wir folgende fundamentale Grundsätze verinnerlichen:

Übrigens haben nicht nur Verben Flexionsformen: Auch sehr viele Anhängsel an Verben und auch Adjektive sind flektierbar und können die im folgenden beschriebenen Formen annehmen. Es sei auf die Kapitel zu den i- und den na-Adjektiven verwiesen, wo ebenfalls die Flexionsformen die Basis der Gestaltung bilden. Die japanische Sprache ist also nicht nur in Bezug auf die Verben, sondern insgesamt und auf fundamemntale Weise vom Flexionssystem durchdrungen.


Die sieben Flexionsformen von Verben (Doushi)
Insgesamt werden sieben verschiedene Flexionsformen unterschieden. Diese Formen haben nichts mit unserer Konjugation zu tun, weil sie keine Personenangaben enthalten und keine Mengenangaben und auch keine Tempusangaben. Flexionsformen sind eine Vorbereitung des Stammes zur Ankopplung von Endungen, damit diese passen. Die Funktion der Flexionsformen japanischer Verben ist eine syntaktische. Sie geben an, ob der Satz hier endet oder weitergeht, ob ein Nomen näher beschrieben wird oder ob es sich um einen Befehl handelt. Die sieben Flexionsformen tragen folgende Namen:

  • MZ Mizenkei = Form für Verneinung und Ausschluß, Indefinitform
  • RY Renyoukei = Form für Anschluß und Weiterführung, Konjunktionalform
  • SS Shuushikei = Schlußform, Grund- und Endform
  • RT Rentaikei = Attributform
  • IZ Izenkei = Form für Wenn (Konditional) und Können (Potential)
  • MR Meireikei = Befehlsform, Imperativform
  • SR Suiryoukei = Form für Vermutung (Präsumptiv) und Wollen (Volitional)
  • Im einzelnen haben diese sieben Flexionsformen folgende Bedeutungen, gezeigt am Verb hanasu = sprechen:

  • MZ Mizenkei = Verneinungsforn = Indefinitform. Der Name bedeutet mizen = noch nicht eingetreten und kei = Form. Charakteristika: 1) die MZ kann NICHT alleine für sich stehen. Keine eigenständige Funktion möglich, dient nur zum Anhängen. 2.) Die MZ ist für zwei Arten von Anhängseln da, a) für Suffixe, die ausdrücken, daß man die beschriebene Handlung NICHT tut, und b) für solche, die ausdrücken, daß man (also das Subjekt) die beschriebene Handlung NICHT SELBST tut. Deshalb benutzt man die MZ für die Verneinung mit -nai etc., weiterhin für Ausdrücke, die die Handlung ausschließen oder nicht stattfinden lassen. Beispiele: hanasa-nai = nicht sprechen, hanasa-na-katta = nicht gesprochen haben, hanasa-semasen = laß mich nicht reden, hanasa-semasu = laß mich sprechen. Auch für Konstruktionen wie "ohne zu sprechen" oder "anstatt zu sprechen" = hanasa-zu-ni wird die MZ als Basis benutzt. Auch Passiv und Kausativ benutzen die MZ als Ausgangsform.

  • RY Renyoukei = Anschlußform = das ist nach der Grundform die wichtigste Form für den Alltagsgebrauch, weil man hier fast alles ankuppelt, was geht. Der Name bedeutet: Renyou = zum Verbinden benutzt, kei = Form. Charakteristika: 1.) die RY kann alleine für sich stehen. 2.) Die Funktion der RY ist es, zu zeigen, daß der Satz weitergeht und eben nicht mit dem Verb zu Ende ist. Die RY führt also den Satz weiter. Wenn man die RY benutzt, spricht man symbolisch ein Komma, und danach geht es weiter. Deshalb ist die RY die wichtigste Form, um Endungen anzuhängen. Insbesondere die höfliche masu-Form und die Endungen gehobener Schriftsprache benötigen die RY, um daran anzudocken. Die meisten Jodoushi benötigen die RY, um angehängt werden zu können. Oder sagen wir salopp: Wenn man irgendwas anhäöngen will und die RY verwendet, liegt man zu 2/3 richtig. Beispiel: Hanashi = sprechen, aber wie genau, das kommt gleich dahinter, z. B. hanashi-masu = höflich sprechen, oder hanashi-masen - höflich nicht sprechen. was dahinter folgt, ist also selber wieder veränderlich, und das bildet dann den Abschluß des Satzes.

  • SS Shuushikei = Endform = Grundform = Wörterbuchform. Wichtigste Charakteristika: 1.) die SS kann kann alleine für sich stehen und einen vollständigen Einwortsatz bilden. 2.) Die Funktion der SS ist es, zu zeigen, daß hermit der Satz zu Ende ist, daß dieses Verb den Satz beendet. Wenn man die SS benutzt, spricht man symbolisch den Punkt am Ende des Satzes mit. Davon leitet sich auch der Name ab: shuu = enden, shi = aufhören und kei = Form. Im Normalfall endet jeder Satz also mit einer SS am letzten flektierbaren Element. Oder anders herum ausgedrückt: Damit ein Satz grammatikalisch korrekt abgeschlossen wird, muß das letzte, hinterste flektierbare Element in der SS stehen. Beispiel: Hanasu. = Er spricht.

  • RT Rentaikei = Attributform = in 99% aller Fälle identisch mit der SS, also der Grundform. Charakteristika: 1.) die RT kann alleine für sich stehen. 2.) Die Funktion der RT ist es, mit dem Verb ein danach folgendes Substantiv zu beschreiben. Man benutzt sie, wenn man ein Partizip als Attribut einsetzt, z. B. in Relativsätzen. Die RT gibt an, daß der Satz dahinter weitergeht, und daß ein Nomen folgt, dessen Tätigkeit das Verb beschreibt. Beispiel: Hanasu hito = ein sprechender Mensch.

  • IZ Izenkei = Charakteristika: 1) die IZ kann NICHT alleine für sich stehen. Keine eigenständige Funktion möglich, dient nur zum Anhängen. 2.) Die IZ hat nur zwei Funktionen: a) für die Wenn-Form (Konditional) wird -ba angehängt, Beispiel: hanase-ba = wenn ich spreche, oder hanase-nakere-ba = wenn du nicht sprechen kannst, b) für die Können-Form (Potential) wird -ru (neutral) oder -masu (höflich) angehängt, Beispiel: hanase-ru = ich kann sprechen, hanase-masu = ich kann sprechen, höflich, hanase-masen = ich kann nicht sprechen, höflich. Die Verwendung der IZ ist auf diese beiden Anwendungen beschränkt.

  • MR Meireikei = Befehlsform eines Verbs. Charakteristika: 1.) die MR kann alleine für sich stehen. 2.) Die Funktion der MR ist es, dem Verb eine befehlende Wirkung zu geben. Insbesondere für sich alleine oder am Satzende ist das ein nicht höflicher, sehr direkter Befehl (den man in dieser Form besser nie verwendet). Beispiel: Hanase! = Rede schon endlich! Oder sinngemäß: Rede gefälligst, mach das Maul auf! So ähnlich grob wäre das für japanische Ohren.

  • SR Suiryoukei = Vermutungsform (Präsumptiv) eines Verbs und Wollensform eines Verbs (Volitional). Ein anderer Name ist Dubitativform. Benutzt wird sie für Vermutung, Vorschlag oder Willensäußerung, typischerweise für ein "laßt uns sprechen!". Charakteristika: 1) die SR kann NICHT alleine für sich stehen. Keine eigenständige Funktion möglich, dient nur zum Anhängen. 2.) Die SR hat nur eine einzige Funktion, nämlich "u" angehängt zu bekommen. Weil die SR immer auf -o endet, ergibt sich damit als einzige grammatikalisch verwendete Form die Endung -ou, also langes "o". Beispiel: hanaso-u = vermutlich sprechen. Das wäre die neutrale Variante, höflich wäre das hanashi-mashou, also wird die SR nach hinten verlagert an das masu, das nun selber flektiert wird, während vorne die RY von hanasu steht. Je nach Kontext würde das auch bedeuten: Laß uns sprechen.

  • Fazit: Wir haben 7 Flexionsformen. Alle sind syntaktischer Natur. Vier davon (RY, SS, RT und MR) können für sich alleine stehen und anzeigen, welche Funktion das Verb in Bezug auf die Syntax des Satzes hat (Satzende, Satz-Weiterführen, Substantiv beschreiben, Befehl), die drei anderen (MZ, IZ und SR) nicht. Sechs Formen, alle außer der Befehlsform, haben die Aufgabe, Docking-Station für nachfolgende Suffixe zu sein (und da gibt es Hunderte...). Von der Art des Suffixes hängt es ab, was für ein Docking-Partner benötigt wird. Für die Praxis am wichtigsten sind die RY für die masu-Form und die MZ für die Verneinung mit -nai. Die Grundform sollte man kennen, sobald man Nachschlagewerke benutzt. Alle anderen Formen sind zunächst einmal "höhere Weihen", denn wer -ba (erfordert IZ) für eine Wenn-Form oder -u (erfordert SR) für eine Vermutungsform verwenden möchte, darf sich getrost zu den Fortgeschrittenen zählen.

    Die Quellenlage ist gemischt und nicht einheitlich. Manchmal finden sich in Grammatik-Werken für die Fomen 5 und 7 abweichende Bezeichnungen, so wird mit der Kateikei (katei bedeutet Hypothese oder Vermutung, kei = Form) eine Konditionalform und mit der Ikoukei eine Absichtsform anstelle von Izenkei und Suiryoukei formuliert. Inhaltlich ist dasselbe gemeint. Die Suiryoukei wird auch mal als Shikoukei (Intentionalform) präsentiert.

  • MZ Mizenkei = Verneinungsforn
  • RY Renyoukei = Anschlußform
  • SS Shuushikeii = Endform
  • RT Rentaikei = Attributform
  • KT Kateikei = Konditionalform, Hypothetische Form
  • MR Meireikei = Befehlsform
  • IK Ikoukei = Absichtsform
  • Die siebte und letzte Flexionsform, die Suiryoukei, gibt es erst mit dem modernen Japanisch; im klassischen Japanisch gab es sie nicht, da gab es auch nur sechs Flexionsformen.

    Es gibt eine zweite Form der RY Renyoukei, die entweder als RY* oder als Onbinkei bezeichnet wird. Für die einen ist es eine Untereinheit der RY, für die anderen ist es ein separater Fall. Der Name leitet sich ab von onbin = Lautverschiebung und kei = Form. Diese Form ist erst im modernen Japanisch nach 1945 entstanden.

    Das heißt, wir haben in der Literatur mehrere Schemata, von 6 Formen im klassischen alten Japanisch bis zu maximal acht, wenn wir die im modernen Japanisch hinzugekommenen Suiryoukei und Onbinkei dazurechnen, oder doch nur sieben, wenn wir die Onbinkei nicht als eigenständige Form führen, sondern als Parallelform der Renyoukei. Manche sehen auch nicht den funktionellen Unterschied zwischen Shuushikeii und Rentaikei, weil sie in 99% der Fälle phänotypisch gleich sind. Dazu kommen noch mehrere Bezeichnungen für einzelne Fälle. Das heißt, wir sind von Einigkeit in den Quellen weit entfernt. Manche Grammatiken machen es sich auch ganz einfach und sagen, daß diese theoretischen Modelle keine Rolle in der Praxis spielen. Wir folgen hier dem eingangs vorgestellten Schema, weil es am logischsten die Formenbildung erläutert.


    Die vier Verbklassen
    Insgesamt werden vier verschiedene Verbklassen unterschieden.

    Alternativ verbuchen manche Grammatikwerke die Verben "suru" und "kuru" unter "unregelmäßige Verben" (fukisoku doushi) und unterscheiden damit nur drei Verbklassen. Warum das unangemessen ist und warum wir dem hier nicht folgen, wird im Kapitel zu den Suru-Verben erläutert. Manche Grammatik-Werke splitten die einstufigen Verben noch einmal auf, was aber, wie unten erläutert wird, nicht hilfreich ist und nichts bringt. Auch diesem Ansatz folgen wir hier nicht. Deshalb werden hier die japanischen Verben nicht in drei und nicht in fünf, sondern in genau vier Klassen eingeteilt.

    Zu welcher Verbklasse gehört ein Verb? Im Grunde ist das ganz einfach mit folgendem Entscheidungsbaum:

    In Wörterbüchern werden einstufige Verben mit dem Zahl-Kanji ICHI/hito(tsu) gekennzeichnet; analog ist die Kennzeichnung für fünfstufige Verben das Zahl-Kanji GO/itsu(tsu).

    Anmerkung zu den fünfstufigen Verben: Es gibt ein paar Unterschiede zwischen klassischem Japanisch und modernem Japanisch. Dazu gehört, daß sich erst im modernen Japanisch die fünfte Flektionsstufe mit der Absichts-/Aufforderungsform entwickelt hatte. Im alten, klassischen japanisch bekamen diese Verben nie die Endung -o. Deshalb wird diese Verbgruppe in ganz alten Einteilungen, die sich am klassischen Japanisch orientieren, auch als "vierstufig flektierende Verben" bezeichnet. Das ist durch die Ingebrauchnahme der -o-Endung durch den tatsächlichen Sprachgebrauch überholt, und sie werden heute als fünfstufig bezeichnet. Dies nur als Info, was diese veraltete Bezeichnung ausdrückt, nämlich das Gleiche.


    Erste Verbklasse: fünfstufige Verben (Go-dan doushi)
    Vier verschiedene Bezeichnungen gibt es für diese Verbklasse, in der der ganze Rest versammelt ist, der nicht suru oder kuru oder einstufig ist: fünfstufige Verben (go-dan-doushi) = konsonantische Verben = stark veränderliche Verben (kyou henka doushi) = fünfstufig flektierende Verben (godan katsuyou doushi). Alle fünfstufigen Verben enden in der Wörterbuchform auf -u. Der Stamm endet also davor. Fünfstufige Verben enden also mit einer beliebigen Hiragana-u-Silbe: -u, -ku, -gu, -su, -zu, -tsu, -nu, -fu, -bu, -mu, -yu oder -ru. Davon kommen aber -zu, -fu und -yu praktisch nicht vor. Ansonsten gibt es keine weiteren Gemeinsamkeiten. Die meisten japanischen Verben gehören in diese größte Klasse. Das heißt, wenn ein unbekanntes Verb weder "kuru" noch "suru" ist, noch auf "-iru" oder "-eru" endet, gehört es in diese Klasse.

    Beispiele für fünfstufige Verben:

    • arau = waschen
    • aru = sein, da sein, vorhanden sein
    • aruku = gehen
    • asobu = spielen, Spaß haben, Unterhaltung haben
    • atsumaru = versammeln, zusammenkommen, sich sammeln
    • au = treffen
    • erabu = wählen
    • hajimaru = beginnen, anfangen
    • hakaru = planen, überwachen
    • hanasu = sprechen, reden
    • hataraku = arbeiten
    • iu = sagen
    • kaku = schreiben
    • kau = kaufen
    • kiku = hören, zuhören
    • kudaru = hinuntergehen
    • kuu = fressen
    • magaru = abbiegen
    • matsu = warten
    • morau = bekommen, erhalten, kriegen
    • motsu = haben, eignen, besitzen
    • narau = lernen, erlernen, Unterricht nehmen
    • noboru = klettern
    • nomu = trinken
    • nugu = sich ausziehen, entkleiden
    • omou = denken
    • owaru = enden
    • oyogu = schwimmen
    • sasu = stechen
    • sasu = zeigen
    • shinu = sterben
    • sosogu = fließen
    • suu = rauchen, einatmen
    • tatsu = stehen, aufstehen, sich erheben
    • tobu = fliegen
    • tomaru = anhalten
    • tsukuru = herstellen
    • wakaru = verstehen, kapieren
    • yorokobu = froh sein, zufrieden sein, sich freuen
    • warau = lachen
    • yomu = lesen

    Cave: Es gibt einige wenige fünfstufige Verben, die in der Grundform zufällig wie einstufige Verben aussehen. Tatsächlich enden diese Verben aber nicht auf -iru oder -eru, sondern auf -ru. Zufällig endet der Stamm davor mit -i oder -e. Beispiele für diese Ausnahmen:

    Diese Verben werden fünfstufig flektiert!


    Flexion fünfstufiger Verben (Go-dan doushi)
    Das auslautende "u" wird bei der Flexion in alle anderen zur Verfügung stehenden Vokale umgewandelt: a - i - (u) - e - o. Da der Konsonant der Endsilbe gleich bleibt, bewegen wir uns beim Flektieren des Verbs in der entsprechenden Zeile der 50-Laute-Tafel nach rechts und links hin und her, z. B. bei der Grundform "-ku": ka - ki- (ku) - ke - ko. Weil alle fünf Vokale bzw. alle fünf Silben einer Reihe gebraucht werden, heißen diese Verben fünfstufig.

    Funktion MZ
    Mizenkei
    RY
    Renyoukei
    SS
    Shuushikei
    RT
    Rentaikei
    IZ
    Izenkei
    MR
    Meireikei
    SR
    Suiryoukei
    Endung -a -i -u -u -e -e -o

    Nur der Endvokal ändert sich bei der Flexion. Der Konsonant bleibt. Verwirrend ist dabei, daß deshalb das Hiragana-Zeichen am Ende des Verbs ausgetauscht werden muß. Das verschleiert etwas, daß der Konsonant ja gleich bleibt. Bei fünfstufigen Verben sind SS und RT fast immer gleich. Beide enden auf -u. Auch IZ und MR sind bei fünfstufigen Verben gleich. Beide enden auf -e. Deshalb haben wir zwar sieben Flexionsformen, kommen aber mit fünf Vokalen aus. Praktischerweise ist die Abfolge der Flexionsformen analog zur Abfolge der Vokale in der 50-Laute-Tafel gelistet. Deshalb gehen wir bei der Flexion stur nach dieser Tafel vor und bewegen uns innerhalb der jeweiligen Reihe nach rechts und nach links.

    Wir erinnern uns, daß es in der 50-Laute-Tafel innerhalb der Reihen mehrere Besonderheiten gibt: Es gibt keine Silbe -si, es gibt keine Silbe -ti und auch keine Silbe -tu. Statt dessen haben wir die Silben -shi, -chi und -tsu. Und haargenau dasselbe passiert beim Flektieren: Lautet die Grundform des Verbs am Ende "-su", so bewegen wir uns beim Flektieren entlang der Reihe sa - shi- (su) - se - so. Beispiel: hanasu = sprechen. Und lautet die Grundform des Verbs am Ende "-tsu", so bewegen wir uns beim Flektieren entlang der Reihe ta - chi- (tsu) - te - to. Beispiele: matsu = warten, motsu = haben, eignen, besitzen. Eine andere Reihe mit Besonderheit wäre ha - hi - fu - he - ho, dann müßte das Verb in der Grundform auf "-fu" enden, doch ein solches Verb gibt es praktisch nicht. Gleiches gilt für die Endung "-zu", das würde die Reihe der 50-Laute-Tafel wie folgt erfordern: za - ji - zu - ze - zo. Aber auch das kommt praktisch nicht vor, nur bei den suru-Verben (siehe unten).

    Mit der K-Reihe:

    Funktion MZ
    Mizenkei
    RY
    Renyoukei
    SS
    Shuushikei
    RT
    Rentaikei
    IZ
    Izenkei
    MR
    Meireikei
    SR
    Suiryoukei
    K-Reihe -ka -ki -ku -ku -ke -ke -ko
    aruku = gehen aruka aruki aruku aruku aruke aruke aruko
    hakaru = planen, überwachen hakara hakari hakaru hakaru hakare hakare hakaro
    hataraku = arbeiten hataraka hataraki hataraku hataraku hatarake hatarake hatarako
    kaku = schreiben kaka kaki kaku kaku kake kake kako
    kiku = hören, zuhören kika kiki kiku kiku kike kike kiko
    iku = gehen ika iki iku iku ike ike iko

    Mit der M-Reihe:

    Funktion MZ
    Mizenkei
    RY
    Renyoukei
    SS
    Shuushikei
    RT
    Rentaikei
    IZ
    Izenkei
    MR
    Meireikei
    SR
    Suiryoukei
    M-Reihe -ma -mi -mu -mu -me -me -mo
    nomu = trinken noma nomi nomu nomu nome nome nomo
    yomu = lesen yoma yomi yomu yomu yome yome yomo

    Mit der R-Reihe:

    Funktion MZ
    Mizenkei
    RY
    Renyoukei
    SS
    Shuushikei
    RT
    Rentaikei
    IZ
    Izenkei
    MR
    Meireikei
    SR
    Suiryoukei
    R-Reihe -ra -ri -ru -ru -re -re -ro
    kudaru = hinuntergehen kudara kudari kudaru kudaru kudare kudare kudaro
    atsumaru = versammeln atsumara atsumari atsumaru atsumaru atsumare atsumare atsumaro
    noboru = klettern nobora nobori noboru noboru nobore nobore noboro
    tomaru = anhalten tomara tomari tomaru tomaru tomare tomare tomaro
    wakaru = verstehen wakara wakari wakaru wakaru wakare wakare wakaro
    owaru = enden owara owari owaru owaru oware oware owaro
    tsukuru = herstellen tsukura tsukuri tsukuru tsukuru tsukure tsukure tsukuro
    hajimaru = beginnen, anfangen hajimara hajimari hajimaru hajimaru hajimare hajimare hajimaro
    magaru = abbiegen magara magari magaru magaru magare magare magaro
    aru = sein, da sein, vorhanden sein ara ari aru aru are are aro

    Mit der B-Reihe:

    Funktion MZ
    Mizenkei
    RY
    Renyoukei
    SS
    Shuushikei
    RT
    Rentaikei
    IZ
    Izenkei
    MR
    Meireikei
    SR
    Suiryoukei
    B-Reihe -ba -bi -bu -bu -be -be -bo
    asobu = Spaß haben asoba asobi asobu asobu asobe asobe asobo
    erabu = wählen eraba erabi erabu erabu erabe erabe erabo
    yorokobu = froh sein yorokoba yorokobi yorokobu yorokobu yorokobe yorokobe yorokobo
    tobu = fliegen toba tobi tobu tobu tobe tobe tobo

    Mit der G-Reihe:

    Funktion MZ
    Mizenkei
    RY
    Renyoukei
    SS
    Shuushikei
    RT
    Rentaikei
    IZ
    Izenkei
    MR
    Meireikei
    SR
    Suiryoukei
    G-Reihe -ga -gi -gu -gu -ge -ge -go
    nugu = sich ausziehen, entkleiden nuga nugi nugu nugu nuge nuge nugo
    oyogu = schwimmen oyoga oyogi oyogu oyogu oyoge oyoge oyogo
    sosogu = fließen sosoga sosogi sosogu sosogu sosoge sosoge sosogo

    Mit der N-Reihe:

    Funktion MZ
    Mizenkei
    RY
    Renyoukei
    SS
    Shuushikei
    RT
    Rentaikei
    IZ
    Izenkei
    MR
    Meireikei
    SR
    Suiryoukei
    N-Reihe -na -ni -nu -nu -ne -ne -no
    shinu = sterben shina shini shinu shinu shine shine shino

    Mit der T-Reihe:

    Funktion MZ
    Mizenkei
    RY
    Renyoukei
    SS
    Shuushikei
    RT
    Rentaikei
    IZ
    Izenkei
    MR
    Meireikei
    SR
    Suiryoukei
    T-Reihe -ta -chi -tsu -tsu -te -te -to
    motsu = haben, eignen, besitzen mota mochi motsu motsu mote mote moto
    tatsu = stehen, aufstehen, sich erheben tata tachi tatsu tatsu tate tate tato
    matsu = warten mata machi matsu matsu mate mate mato

    Mit der S-Reihe

    Funktion MZ
    Mizenkei
    RY
    Renyoukei
    SS
    Shuushikei
    RT
    Rentaikei
    IZ
    Izenkei
    MR
    Meireikei
    SR
    Suiryoukei
    S-Reihe -sa -shi -su -su -se -se -so
    sasu = zeigen sasa sashi sasu sasu sase sase saso
    hanasu = sprechen, reden hanasa hanashi hanasu hanasu hanase hanase hanaso

    Sonderfall: U-Verben. Das sind die Verben, die nicht mit einer mit "u" endenden Silbe, sondern mit der Vokalsilbe "U" enden. Also Verben mit -au, -ou, -iu, -uu, -eu, die aufeinanderfolgend eine normale Silbe und die Vobalsilbe "u" haben, was zu zwei aufeinanderfolgenden Vokalen führt. Bei diesen Verben gibt es NUR in der MZ Mizenkei den Sonderfall, daß ein "w" eingeschoben wird. Das ist eine winzige Unregelmäßigkeit in der ansonsten sehr regelmäßigen und einheitlichen Gruppe der fünfstufigen Verben.

    Funktion MZ
    Mizenkei
    RY
    Renyoukei
    SS
    Shuushikei
    RT
    Rentaikei
    IZ
    Izenkei
    MR
    Meireikei
    SR
    Suiryoukei
    U-Reihe -wa -i -u -u -e -e -o
    au = treffen awa ai au au ae ae ao
    kau = kaufen kawa kai kau kau kae kae kao
    omou = denken omowa omoi omou omou omoe omoe omoo
    arau = waschen arawa arai arau arau arae arae arao
    iu = sagen iwa ii iu iu ie ie io
    morau = bekommen morawa morai morau morau morae morae morao
    narau = erlernen narawa narai narau narau narae narae narao
    suu = rauchen, einatmen suwa sui suu suu sue sue suo
    warau = lachen warawa warai warau warau warae warae warao
    kuu = fressen kuwa kui kuu kuu kue kue kuo

    Diese sieben Formen werden benötigt, um verschiedene Anhängsel zu tragen. Von der Art des Anhängsels hängt ab, was vorne benötigt wird, deshalb ist es sinnvoll, die Endungen mit der benötigten Flexionsform zusammen zu lernen. Je nachdem, was hinten angehängt wird, bekommt das Verb eine unterschiedliche Bedeutung, deshalb ist die Wahl der korrekten Flexionsform und des korrekten Anhangs essentiell für den Sinn und die Bedeutung der Kombination und damit der Aussage:

  • MZ Mizenkei = Form für Verneinung und Ausschluß, Indefinitform
  • Verneinung mit -nai,
  • nicht gehen = ikanai
  • nicht kaufen = kawanai
  • nicht lesen = yomanai
  • nicht haben = motanai
  • Passiv
  • Kausativ
  • RY Renyoukei = Anschlußform
  • für die Höflichkeitsform -masu
  • es regnet (höflich) = ame ga furi-masu (Regen - Subjekt - ereignet sich - höflich)
  • ich besitze (höflich) = mochi-masu
  • für die Form ... sou desu = es sieht so aus
  • es sieht nach Regen aus = ame ga furi sou desu (Regen - Subjekt - ereignet sich - sieht so aus, als ob)
  • SS Shuushikei = Schlußform, Grund- und Endform
  • RT Rentaikei = Attributform
  • wenn man ein Partizip als Attribut einsetzt, z. B. in Relativsätzen
  • Endung -node für weil, z. B.
  • weil ich spreche = hanasu-node
  • weil er wartet = matsu-node
  • weil ich kaufe = kau-node
  • IZ Izenkei = Form für Wenn (Konditional) und Können (Potential)
  • + -ba = wenn (Konditional), z.B.
  • wenn ich spreche = hanase-ba
  • wenn er wartet = mate-ba
  • wenn man kauft = kae-ba
  • Können (Potential)
  • sprechen: hanashimasu = ich spreche (höflich), aber hanasemasu = ich kann sprechen (höflich), z. B. Englisch
  • MR Meireikei = Befehlsform, Imperativform
  • hier wird nichts angeschlossen, direkter, unhöflicher Befehl
  • mate! = warte gefälligst!
  • SR Suiryoukei = Form für Vermutung (Präsumptiv) und Wollen (Volitional)
  • angehängtes "u", für alle "laß uns ... machen!"
  • laß uns gehen! = ikimashou
  • laß uns essen = tabemashou
  • laß uns warten = matou (unhöflich), aber machimashou (höflich)

  • Fünfstufige Verben, Beispielverb hanasu = sprechen
    Am Beispielwort hanasu = sprechen soll jetzt gezeigt werden, wozu das alles gut ist und wie wir zu den letztendlichen Formen kommen, die wir im Gespräch brauchen, erst einmal für jede Flexionsform mit einer wichtigen Nutzungsmöglichkeit:

    MZ
    Mizenkei
    RY
    Renyoukei
    SS
    Shuushikei
    RT
    Rentaikei
    IZ
    Izenkei
    MR
    Meireikei
    SR
    Suiryoukei
    -sa -shi -su -su -se -se -so
    Verneinung, Gegenwart, neutral:
    hanasa-nai
    ich spreche nicht
    positiv, Gegenwart, höflich:
    hanashi-masu
    ich spreche (höflich)
    ich habe gehört, daß...
    hanasu sou desu
    ich habe gehört, daß jemand spricht
    weil-Form:
    hanasu-node
    weil ich spreche
    Können-Form (Potential), positiv, höflich:
    hanase-masu
    ich kann sprechen (höflich)
    Imperativ, positiv, direkter, unhöflicher Befehl
    hanase! (keine Endung)
    sprich gefälligst!
    Wollen (Volitional), Laß uns....
    hanasou
    laß uns sprechen

    Unübersichtlicher, aber vollständiger für hanasu = sprechen mit erheblich mehr Nutzungsmöglichkeiten (einige Formen sind natürlich Unfug wie das Passiv, weil es hier aber um die Theorie und den Formalismus geht, sind sie gelistet):

    MZ
    Mizenkei
    RY
    Renyoukei
    SS
    Shuushikei
    RT
    Rentaikei
    IZ
    Izenkei
    MR
    Meireikei
    SR
    Suiryoukei
    -sa -shi -su -su -se -se -so
    Verneinung, Gegenwart, neutral:
    hanasa-nai
    ich spreche nicht

    Verneinung, Vergangenheit, neutral:
    hanasa-nakatta
    ich habe nicht gesprochen

    Wenn-nicht-Form (ba-Konditional), negativ:
    hanasa-nakere-ba
    wenn ich nicht spreche

    negativ, te-Form:
    hanasa-nakute

    tara-Konditional, negativ:
    hanasa-nakat-tara

    Passiv, positiv, neutral:
    hanasa-re-ru

    Passiv, positiv, höflich:
    hanasa-re-masu

    Passiv, negativ, neutral:
    hanasa-re-nai

    Passiv, negativ, höflich:
    hanasa-re-masen

    Causativ, positiv, neutral:
    hanasa-se-ru

    Causativ, positiv, höflich:
    hanasa-se-masu

    Causativ, negativ, neutral:
    hanasa-se-nai

    Causativ, negativ, höflich:
    hanasa-se-masen

    positiv, Gegenwart, höflich:
    hanashi-masu
    ich spreche (höflich)

    Verneinung, Gegenwart, höflich:
    hanashi-masen
    ich spreche nicht (höflich)

    positiv, Vergangenheit, neutral:
    hanashi-ta
    ich habe gesprochen

    positiv, Vergangenheit, höflich:
    hanashi-mashita
    ich habe gesprochen (höflich)

    Verneinung, Vergangenheit, höflich:
    hanashi-masen deshita
    ich habe nicht gesprochen (höflich)

    positiv, te-Form:
    hanashi-te

    Imperativ, positiv, höflich:
    hanashi-te kudasai
    sprich bitte!

    tara-Konditional, positiv:
    hanashi-tara

    Wollen (Volitional), höflich:
    hanashi-mashou
    wir wollen sprechen (höflich)

    neutral, Gegenwart: hanasu
    ich spreche (neutral)

    ich habe gehört, daß...
    hanasu sou desu
    ich habe gehört, daß jemand spricht

    weil-Form:
    hanasu-node
    weil ich spreche
    Wenn-Form (ba-Konditional), positiv:
    hanase-ba
    wenn ich spreche

    Können-Form (Potential), positiv, neutral:
    hanase-ru
    ich kann sprechen

    Können-Form (Potential), positiv, höflich:
    hanase-masu
    ich kann sprechen (höflich)

    Können-Form (Potential), negativ, neutral:
    hanase-nai
    ich kann nicht sprechen

    Können-Form (Potential), negativ, höflich:
    hanase-masen
    ich kann nicht sprechen (höflich)

    Imperativ, positiv, direkter, unhöflicher Befehl
    hanase! (keine Endung)
    sprich gefälligst!
    Wollen (Volitional), neutral:
    hanasou

    Laß uns....
    hanasou
    laß uns sprechen


    Fünfstufige Verben, Beispielverb matsu = warten
    Das Gleiche am Beispielwort matsu = warten mit beispielhaften wichtigen Nutzungsmöglichkeiten:

    MZ
    Mizenkei
    RY
    Renyoukei
    SS
    Shuushikei
    RT
    Rentaikei
    IZ
    Izenkei
    MR
    Meireikei
    SR
    Suiryoukei
    -ta -chi -tsu -tsu -te -te -to
    Verneinung, Gegenwart, neutral:
    mata-nai
    ich warte nicht
    positiv, Gegenwart, höflich:
    machi-masu
    ich warte (höflich)
    ich habe gehört, daß...
    matsu sou desu
    ich habe gehört, daß jemand wartet
    weil-Form:
    matsu-node
    weil ich warte
    Können-Form (Potential), positiv, höflich:
    mate-masu
    ich kann warten (höflich)
    Imperativ, positiv, direkter, unhöflicher Befehl
    mate! (keine Endung)
    warte gefälligst!
    Wollen (Volitional), Laß uns....
    matou
    laß uns warten

    Das Gleiche am Beispielwort matsu = warten mit erheblich mehr Nutzungsmöglichkeiten und der Besonderheit, daß es bei der RY nicht machi-te, sondern matte, und auch nicht machi-ta, sondern matta heißt (einige Formen sind natürlich Unfug wie das Passiv, weil es hier aber um die Theorie geht, sind sie gelistet):

    MZ
    Mizenkei
    RY
    Renyoukei
    SS
    Shuushikei
    RT
    Rentaikei
    IZ
    Izenkei
    MR
    Meireikei
    SR
    Suiryoukei
    -ta -chi -tsu -tsu -te -te -to
    Verneinung, Gegenwart, neutral:
    mata-nai
    ich warte nicht

    Verneinung, Vergangenheit, neutral:
    mata-nakatta
    ich habe nicht gewartet

    Wenn-nicht-Form (ba-Konditional), negativ:
    mata-nakere-ba
    wenn ich nicht warte

    negativ, te-Form:
    mata-nakute

    tara-Konditional, negativ:
    mata-nakat-tara

    Passiv, positiv, neutral:
    mata-re-ru

    Passiv, positiv, höflich:
    mata-re-masu

    Passiv, negativ, neutral:
    mata-re-nai

    Passiv, negativ, höflich:
    mata-re-masen

    Causativ, positiv, neutral:
    mata-se-ru

    Causativ, positiv, höflich:
    mata-se-masu

    Causativ, negativ, neutral:
    mata-se-nai

    Causativ, negativ, höflich:
    mata-se-masen

    positiv, Gegenwart, höflich:
    machi-masu
    ich warte (höflich)

    Verneinung, Gegenwart, höflich:
    machi-masen
    ich warte nicht (höflich)

    positiv, Vergangenheit, neutral:
    mat-ta
    ich habe gewartet

    positiv, Vergangenheit, höflich:
    machi-mashita
    ich habe gewartet (höflich)

    Verneinung, Vergangenheit, höflich:
    machi-masen deshita
    ich habe nicht gewartet (höflich)

    positiv, te-Form:
    mat-te

    Imperativ, positiv, höflich:
    mat-te kudasai
    warte bitte!

    tara-Konditional, positiv:
    mat-tara

    Wollen (Volitional), höflich:
    machi-mashou
    wir wollen warten (höflich)

    neutral, Gegenwart: matsu
    ich warte (neutral)

    ich habe gehört, daß...
    matsu sou desu
    ich habe gehört, daß jemand wartet

    weil-Form:
    matsu-node
    weil ich warte
    Wenn-Form (ba-Konditional), positiv:
    mate-ba
    wenn ich warte

    Können-Form (Potential), positiv, neutral:
    mate-ru
    ich kann warten

    Können-Form (Potential), positiv, höflich:
    mate-masu
    ich kann warten (höflich)

    Können-Form (Potential), negativ, neutral:
    mate-nai
    ich kann nicht warten

    Können-Form (Potential), negativ, höflich:
    mate-masen
    ich kann nicht warten (höflich)

    Imperativ, positiv, direkter, unhöflicher Befehl
    mate! (keine Endung)
    warte gefälligst!
    Wollen (Volitional), neutral:
    matou

    Laß uns....
    matou
    laß uns warten


    Fünfstufige Verben, Beispielverb kau = kaufen
    Das Gleiche am Beispielwort kau = kaufen mit beispielhaften wichtigen Nutzungsmöglichkeiten:

    MZ
    Mizenkei
    RY
    Renyoukei
    SS
    Shuushikei
    RT
    Rentaikei
    IZ
    Izenkei
    MR
    Meireikei
    SR
    Suiryoukei
    -wa -i -u -u -e -e -o
    Verneinung, Gegenwart, neutral:
    kawa-nai
    ich kaufe nicht
    positiv, Gegenwart, höflich:
    kai-masu
    ich kaufe (höflich)
    ich habe gehört, daß...
    kau sou desu
    ich habe gehört, daß jemand kauft
    weil-Form:
    kau-node
    weil ich kaufe
    Können-Form (Potential), positiv, höflich:
    kae-masu
    ich kann kaufen (höflich)
    Imperativ, positiv, direkter, unhöflicher Befehl
    kae! (keine Endung)
    kauf gefälligst!
    Wollen (Volitional), Laß uns....
    kaou
    laß uns kaufen

    Das Gleiche am Beispielwort kau = kaufen mit erheblich mehr Nutzungsmöglichkeiten, mit den Besonderheiten, daß bei der RY kai-te zu kat-te und kai-ta zu kat-ta wird:

    MZ
    Mizenkei
    RY
    Renyoukei
    SS
    Shuushikei
    RT
    Rentaikei
    IZ
    Izenkei
    MR
    Meireikei
    SR
    Suiryoukei
    -wa -i -u -u -e -e -o
    Verneinung, Gegenwart, neutral:
    kawa-nai
    ich kaufe nicht

    Verneinung, Vergangenheit, neutral:
    kawa-nakatta
    ich habe nicht gekauft

    Wenn-nicht-Form (ba-Konditional), negativ:
    kawa-nakere-ba
    wenn ich nicht kaufe

    negativ, te-Form:
    kawa-nakute

    tara-Konditional, negativ:
    kawa-nakat-tara

    Passiv, positiv, neutral:
    kawa-re-ru

    Passiv, positiv, höflich:
    kawa-re-masu

    Passiv, negativ, neutral:
    kawa-re-nai

    Passiv, negativ, höflich:
    kawa-re-masen

    Causativ, positiv, neutral:
    kawa-se-ru

    Causativ, positiv, höflich:
    kawa-se-masu

    Causativ, negativ, neutral:
    kawa-se-nai

    Causativ, negativ, höflich:
    kawa-se-masen

    positiv, Gegenwart, höflich:
    kai-masu
    ich kaufe (höflich)

    Verneinung, Gegenwart, höflich:
    kai-masen
    ich kaufe nicht (höflich)

    positiv, Vergangenheit, neutral:
    kat-ta
    ich habe gekauft

    positiv, Vergangenheit, höflich:
    kai-mashita
    ich habe gekauft (höflich)

    Verneinung, Vergangenheit, höflich:
    kai-masen deshita
    ich habe nicht gekauft (höflich)

    positiv, te-Form:
    kat-te

    Imperativ, positiv, höflich:
    kat-te kudasai
    kauf bitte!

    tara-Konditional, positiv:
    kat-tara

    Wollen (Volitional), höflich:
    kai-mashou
    wir wollen kaufen (höflich)

    neutral, Gegenwart: kau
    ich kaufe (neutral)

    ich habe gehört, daß...
    kau sou desu
    ich habe gehört, daß jemand kauft

    weil-Form:
    kau-node
    weil ich kaufe
    Wenn-Form (ba-Konditional), positiv:
    kae-ba
    wenn ich kaufe

    Können-Form (Potential), positiv, neutral:
    kae-ru
    ich kann kaufen

    Können-Form (Potential), positiv, höflich:
    kae-masu
    ich kann kaufen (höflich)

    Können-Form (Potential), negativ, neutral:
    kae-nai
    ich kann nicht kaufen

    Können-Form (Potential), negativ, höflich:
    kae-masen
    ich kann nicht kaufen (höflich)

    Imperativ, positiv, direkter, unhöflicher Befehl
    kae! (keine Endung)
    kauf gefälligst!
    Wollen (Volitional), neutral:
    kaou

    Laß uns....
    kaou
    laß uns kaufen


    Fünfstufige Verben, Beispielverb morau = bekommen
    Ganz parallel am Beispielwort morau = bekommen mit beispielhaften wichtigen Nutzungsmöglichkeiten:

    MZ
    Mizenkei
    RY
    Renyoukei
    SS
    Shuushikei
    RT
    Rentaikei
    IZ
    Izenkei
    MR
    Meireikei
    SR
    Suiryoukei
    -wa -i -u -u -e -e -o
    Verneinung, Gegenwart, neutral:
    morawa-nai
    ich bekomme nicht
    positiv, Gegenwart, höflich:
    morai-masu
    ich bekomme (höflich)
    ich habe gehört, daß...
    morau sou desu
    ich habe gehört, daß jemand bekommt
    weil-Form:
    morau-node
    weil ich bekomme
    Können-Form (Potential), positiv, höflich:
    morae-masu
    ich kann bekommen (höflich)
    Imperativ, positiv, direkter, unhöflicher Befehl
    morae! (keine Endung)
    bekomm gefälligst!
    Wollen (Volitional), Laß uns....
    moraou
    laß uns bekommen

    Das Gleiche am Beispielwort morau = bekommen mit erheblich mehr Nutzungsmöglichkeiten, mit den Besonderheiten, daß bei der RY morai-te zu morat-te und moraii-ta zu morat-ta wird (einige Formen sind natürlich Unfug wie das Passiv, weil es hier aber um die Theorie geht, sind sie gelistet):

    MZ
    Mizenkei
    RY
    Renyoukei
    SS
    Shuushikei
    RT
    Rentaikei
    IZ
    Izenkei
    MR
    Meireikei
    SR
    Suiryoukei
    -wa -i -u -u -e -e -o
    Verneinung, Gegenwart, neutral:
    morawa-nai
    ich bekomme nicht

    Verneinung, Vergangenheit, neutral:
    morawa-nakatta
    ich habe nicht bekommen

    Wenn-nicht-Form (ba-Konditional), negativ:
    morawa-nakere-ba
    wenn ich nicht bekomme

    negativ, te-Form:
    morawa-nakute

    tara-Konditional, negativ:
    morawa-nakat-tara

    Passiv, positiv, neutral:
    morawa-re-ru

    Passiv, positiv, höflich:
    morawa-re-masu

    Passiv, negativ, neutral:
    morawa-re-nai

    Passiv, negativ, höflich:
    morawa-re-masen

    Causativ, positiv, neutral:
    morawa-se-ru

    Causativ, positiv, höflich:
    morawa-se-masu

    Causativ, negativ, neutral:
    morawa-se-nai

    Causativ, negativ, höflich:
    morawa-se-masen

    positiv, Gegenwart, höflich:
    morai-masu
    ich bekomme (höflich)

    Verneinung, Gegenwart, höflich:
    morai-masen
    ich bekomme nicht (höflich)

    positiv, Vergangenheit, neutral:
    morat-ta
    ich habe bekommen

    positiv, Vergangenheit, höflich:
    morai-mashita
    ich habe bekommen (höflich)

    Verneinung, Vergangenheit, höflich:
    morai-masen deshita
    ich habe nicht bekommen (höflich)

    positiv, te-Form:
    morat-te

    Imperativ, positiv, höflich:
    morat-te kudasai
    bekomm bitte!

    tara-Konditional, positiv:
    morat-tara

    Wollen (Volitional), höflich:
    morai-mashou
    wir wollen bekommen (höflich)

    neutral, Gegenwart: morau
    ich bekomme (neutral)

    ich habe gehört, daß...
    morau sou desu
    ich habe gehört, daß jemand bekommt

    weil-Form:
    morau-node
    weil ich bekomme
    Wenn-Form (ba-Konditional), positiv:
    morae-ba
    wenn ich bekomme

    Können-Form (Potential), positiv, neutral:
    morae-ru
    ich kann bekommen

    Können-Form (Potential), positiv, höflich:
    morae-masu
    ich kann bekommen (höflich)

    Können-Form (Potential), negativ, neutral:
    morae-nai
    ich kann nicht bekommen

    Können-Form (Potential), negativ, höflich:
    morae-masen
    ich kann nicht bekommen (höflich)

    Imperativ, positiv, direkter, unhöflicher Befehl
    morae! (keine Endung)
    bekomm gefälligst!
    Wollen (Volitional), neutral:
    moraou

    Laß uns....
    moraou
    laß uns bekommen


    Zweite Verbklasse: einstufige Verben (Ichi-dan doushi)
    Vier verschiedene Bezeichnungen gibt es für diese Verbklasse: einstufige Verben (ichi-dan-doushi, ichi = eins, dan = Stufe, doushi = Verb) = vokalische Verben = schwach veränderliche Verben (jaku henka doushi) = einstufig flektierende Verben (ichidan katsuyou doushi). Alle einstufigen Verben enden in der Wörterbuchform auf -iru oder -eru. Am Ende steht also grundsätzlich die Hiragana-Silbe "ru", davor endet die entweder mit Kanji oder mit Hiragana geschriebene vorletzte Silbe auf -e oder -i. Der Stamm endet also auf -i oder -e, denn das "ru" ist das Kennzeichen der Grundform dieser Gruppe. Die Abfolge von Lauten, also die Lautkette entscheidet, es müssen nicht notwendigerweise die Vokalsilben "i" und "ru" oder "e" und "ru" aufeinanderfolgen. Beispiel: miru = sehen wird mi + ru geschrieben. Wesentliches Merkmal ist, daß sich der Endvokal des Stammes nicht bei der Flexion ändert.

    Die einstufigen Verben werden in traditionellen Grammatikbüchern noch einmal in eine eru-Gruppe und eine iru-Gruppe bzw. eine e-Gruppe und eine i-Gruppe unterteilt. Nach dieser Rechnung würde man sogar insgesamt 5 Verbklassen erhalten. Diese Unterscheidung ist aber ohne Gehalt, weil beide Gruppen letztendlich nach der gleichen Regel flektiert werden, nämlich mit komplettem Vokalerhalt. Diese künstliche Unterscheidung verkompliziert die Lage, indem sie ein Phänomen in zwei gleiche Phänomene spaltet, und weil das nichts bringt, sondern eher verwirrt, folgen wir dem hier nicht.

    Beispiele für einstufige Verben:

    • abiru = duschen, baden
    • ageru = geben, schenken (aus Spender-Sicht)
    • akeru = öffnen
    • dekiru = können
    • deru = hinausgehen, verlassen
    • doujiru = zustimmen (anderes Kanji!)
    • doujiru = nervös werden (anderes Kanji!)
    • hajimeru = einen Anfang machen, beginnen
    • hanareru = verlassen
    • ikiru = leben, lebendig sein
    • iru = sich befinden, sein, da sein (anderes Kanji!)
    • iru = schießen (anderes Kanji!)
    • kaeru = verändern, austauschen, umändern (darf nicht mit kaeru = zurückkehren verwechselt werden, das ist fünfstufig! Anderes Kanji!)
    • kangaeru = denken, nachdenken, überlegen
    • kanjiru = fühlen
    • kariru = leihen, borgen, mieten
    • kiru = ankleiden, Kleidung anziehen (darf nicht mit kiru = schneiden verwechselt werden, das ist fünfstufig! Anderes Kanji! Übrigens - hiervon leitet sich Ki-mono an, Anzieh-Ding)
    • koujiru = eine Vorlesung halten
    • kureru = geben (aus Empfänger-Sicht), also bekommen, empfangen
    • rniru = sehen, anschauen, betrachten
    • miseru = zeigen
    • mochiiru = benutzen, verwenden, einsetzen
    • nagusameru = trösten, Trost spenden
    • neru = schlafen
    • niru = kochen, köcheln
    • ochiru = fallen, herausfallen
    • okiru = aufstehen
    • oshieru = lehren, unterrichten, jdm. etwas beibringen
    • shaberu = reden, plaudern, ausplaudern
    • shimeru = schließen, zubinden
    • shinjiru = glauben
    • shiraberu = prüfen
    • taberu = essen
    • tariru = ausreichen, genügen, genug sein
    • tojiru = werfen
    • ueru = pflanzen, anpflanzen
    • zonjiru = wissen

    Hier tauchen in der Liste einige Verben auf, die auf -jiru enden. Sie sind eine ältere Form der Suru-Verben. Sie werden regelmäßig als einstufige Verben konjugiert.

    Das auslautende "ru" der Grundform wird in manchen Formen ersatzlos abgetrennt, in anderen Formen wird es durch eine andere Silbe ersetzt. Da der Endvokal des Stammes erhalten bleibt, entfällt das Hin- und Her-Bewegen in der entsprechenden Zeile der 50-Laute-Tafel nach rechts und links ersatzlos. Wir bleiben bei der Endsilbe des Stammes wie gegeben. Deshalb heißen diese Verben einstufig. Die Flexionsformen werden gemäß folgender Reihe gebildet:

    Funktion MZ
    Mizenkei
    RY
    Renyoukei
    SS
    Shuushikei
    RT
    Rentaikei
    IZ
    Izenkei
    MR
    Meireikei
    SR
    Suiryoukei
    Endung Stamm-nix
    (kein -a!)
    Stamm-nix
    (kein -i!)
    Stamm-ru Stamm-ru Stamm-re Stamm-ro
    (Stamm-yo)
    Stamm-yo
    (MZ + yo)

    Mit der Grundform haben wir bereits die SS. Und die RT ist identisch mit der SS. Für die MZ und die RY wird die Endsilbe "-ru" abgetrennt, ersatzlos. Beide sind identisch, noch ein Paar. Die drei verbleibenden muß man sich merken: Die IZ endet immer auf "-e", also "-re". Bei der MR gibt es eine Besonderheit je nach Region: Im Kanto-Dialekt, wie er in Tokyo gesprochen wird, ist es "-ro", und das ist der Maßstab. Im Kansai-Dialekt, wie er in Osaka und Kyoto gesprochen wird, wird jedoch abweichend die ältere Befehlsform "-yo" benutzt. Nicht wundern, es ist hilfreich, das zu kennen. Die Bildung der SR, die immer auf "-o" endet, folgt dem Schema (MZ + yo), und das ist netterweise auch bei suru und kuru so. Eine Handvoll der obigen Verben binden wir jetzt in diesen Schematismus ein: Alle gleich, überall bleibt der Stamm erhalten, ohne Besonderheiten (kein su -> shi, kein tsu -> ta, kein a -> wa, all die Besonderheiten der fünfstufigen Verben).

    Funktion MZ
    Mizenkei
    RY
    Renyoukei
    SS
    Shuushikei
    RT
    Rentaikei
    IZ
    Izenkei
    MR
    Meireikei
    SR
    Suiryoukei
    Verben Stamm-nix Stamm-nix Stamm-ru Stamm-ru Stamm-re Stamm-ro Stamm-yo
    abiru = duschen, baden abi abi abi-ru abi-ru abi-re abi-ro abi-yo
    akeru = öffnen ake ake ake-ru ake-ru ake-re ake-ro ake-yo
    deru = hinausgehen de de de-ru de-ru de-re de-ro de-yo
    hajimeru = anfangen, beginnen hajime hajime hajime-ru hajime-ru hajime-re hajime-ro hajime-yo
    kariru = leihen, borgen, mieten kari kari kari-ru kari-ru kari-re kari-ro kari-yo
    dekiru = können deki deki deki-ru deki-ru deki-re deki-ro deki-yo
    rniru = sehen, betrachten rni rni rni-ru rni-ru rni-re rni-ro rni-yo
    neru = schlafen ne ne ne-ru ne-ru ne-re ne-ro ne-yo
    miseru = zeigen mise mise mise-ru mise-ru mise-re mise-ro mise-yo
    taberu = essen tabe tabe tabe-ru tabe-ru tabe-re tabe-ro tabe-yo

    Diese sieben Formen werden benötigt, um verschiedene Anhängsel zu tragen. Von der Art des Anhängsels hängt ab, was vorne benötigt wird, deshalb ist es sinnvoll, die Endungen mit der benötigten Flexionsform zusammen zu lernen. Je nachdem, was hinten angehängt wird, bekommt das Verb eine unterschiedliche Bedeutung, deshalb ist die Wahl der korrekten Flexionsform und des korrekten Anhangs essentiell für den Sinn und die Bedeutung der Kombination und damit der Aussage:

  • MZ Mizenkei = Form für Verneinung und Ausschluß, Indefinitform
  • Verneinung mit -nai,
  • nicht duschen = abi-nai
  • nicht öffnen = ake-nai
  • nicht hinausgehen = de-nai
  • nicht anfangen = hajime-nai
  • Passiv
  • Kausativ
  • RY Renyoukei = Anschlußform
  • für die Höflichkeitsform -masu
  • ich dusche (höflich) = abi-masu
  • ich öffne (höflich) = ake-masu
  • ich gehe hinaus (höflich) = de-masu
  • ich beginne (höflich) = hajime-masu
  • für die Form ... sou desu = es sieht so aus
  • es sieht nach Anfangen aus = hajime sou desu
  • es sieht danach aus, daß sie essen = taberu sou desu
  • SS Shuushikei = Schlußform, Grund- und Endform
  • RT Rentaikei = Attributform
  • wenn man ein Partizip als Attribut einsetzt, z. B. in Relativsätzen
  • Endung -node für weil, z. B.
  • weil ich dusche = abi-ru-node
  • weil ich öffne = ake-ru-node
  • weil ich hinausgehe = de-ru-node
  • weil ich beginne = hajime-ru-node
  • IZ Izenkei = Form für Wenn (Konditional) und Können (Potential)
  • + -ba = wenn (Konditional), z.B.
  • wenn ich dusche = abi-re-ba
  • wenn ich öffne = ake-re-ba
  • wenn ich hinausgehe = de-re-ba
  • wenn ich beginne = hajime-re-ba
  • Können (Potential)
  • ich kann baden = abi-re, höflich: abi-re-masu
  • ich kann öffnen = ake-re, höflich: ake-re-masu
  • ich kann hinausgehen = de-re, höflich: de-re-masu
  • ich kann anfangen = hajime-re, höflich: hajime-re-masu
  • MR Meireikei = Befehlsform, Imperativform
  • hier wird nichts angeschlossen, direkter, unhöflicher Befehl
  • bade gefälligst! = abi-ro!
  • Öffne gefälligst! = ake-ro!
  • Geh raus, aber dalli! = de-ro!
  • Fang schon an! = hajime-ro!
  • SR Suiryoukei = Form für Vermutung (Präsumptiv) und Wollen (Volitional)
  • angehängtes "u", für alle "laß uns ... machen!"
  • laß uns baden! = abi-you, höflich: abi-mashou
  • laß uns öffnen! = ake-you, höflich: ake-mashou
  • laß uns hinausgehen! = de-you, höflich: de-mashou
  • laß uns beginnen! = hajime-you, höflich: hajime-mashou

  • Einstufige Verben, Beispielverb dekiru = können
    Am Beispielwort dekiru = können soll jetzt gezeigt werden, wozu das alles gut ist und wie wir zu den letztendlichen Formen kommen, die wir im Gespräch brauchen, erst einmal für jede Flexionsform mit einer wichtigen Nutzungsmöglichkeit:

    MZ
    Mizenkei
    RY
    Renyoukei
    SS
    Shuushikei
    RT
    Rentaikei
    IZ
    Izenkei
    MR
    Meireikei
    SR
    Suiryoukei
    Stamm-nix Stamm-nix Stamm-ru Stamm-ru Stamm-re Stamm-ro Stamm-yo
    Verneinung, Gegenwart, neutral:
    deki-nai
    ich kann nicht
    positiv, Gegenwart, höflich:
    deki-masu
    ich kann (höflich)
    ich habe gehört, daß...
    dekiru sou desu
    ich habe gehört, daß jemand kann
    weil-Form:
    dekiru-node
    weil ich kann
    Wenn-Form (ba-Konditional), positiv:
    dekire-ba
    wenn ich kann
    Imperativ, positiv, direkter, unhöflicher Befehl
    dekiro! (keine Endung)
    Kann gefälligst!
    Wollen (Volitional), Laß uns....
    dekiyou
    laß uns können

    Unübersichtlicher, aber vollständiger für hanasu = sprechen mit erheblich mehr Nutzungsmöglichkeiten (einige Formen sind natürlich absoluiter Unfug wie das Passiv, weil es hier aber um die Theorie und den Formalismus geht, sind sie trotzdem gelistet). Cave bei Passiv, Causativ und Potential: da wird ein im Vergleich zur fünfstufigen Tabelle unerwartetes und zusätzliches -ra- oder -sa eingeschoben!

    MZ
    Mizenkei
    RY
    Renyoukei
    SS
    Shuushikei
    RT
    Rentaikei
    IZ
    Izenkei
    MR
    Meireikei
    SR
    Suiryoukei
    Stamm-nix Stamm-nix Stamm-ru Stamm-ru Stamm-re Stamm-ro Stamm-yo
    Verneinung, Gegenwart, neutral:
    deki-nai
    ich kann nicht

    Verneinung, Vergangenheit, neutral:
    deki-nakatta
    ich habe nicht gekonnt

    Wenn-nicht-Form (ba-Konditional), negativ:
    deki-nakere-ba
    wenn ich nicht kann

    negativ, te-Form:
    deki-nakute

    tara-Konditional, negativ:
    deki-nakat-tara

    Passiv, positiv, neutral:
    deki-ra-re-ru

    Passiv, positiv, höflich:
    deki-ra-re-masu

    Passiv, negativ, neutral:
    deki-ra-re-nai

    Passiv, negativ, höflich:
    deki-ra-re-masen

    Causativ, positiv, neutral:
    deki-sa-se-ru

    Causativ, positiv, höflich:
    deki-sa-se-masu

    Causativ, negativ, neutral:
    deki-sa-se-nai

    Causativ, negativ, höflich:
    deki-sa-se-masen

    positiv, Gegenwart, höflich:
    deki-masu
    ich kann (höflich)

    Verneinung, Gegenwart, höflich:
    deki-masen
    ich kann nicht (höflich)

    positiv, Vergangenheit, neutral:
    deki-ta
    ich habe gekonnt

    positiv, Vergangenheit, höflich:
    deki-mashita
    ich habe gekonnt (höflich)

    Verneinung, Vergangenheit, höflich:
    deki-masen deshita
    ich habe nicht gekonnt (höflich)

    positiv, te-Form:
    deki-te

    Imperativ, positiv, höflich:
    deki-te kudasai
    kann bitte!

    tara-Konditional, positiv:
    deki-tara

    Wollen (Volitional), höflich:
    deki-mashou
    wir wollen können (höflich)

    neutral, Gegenwart: dekiru
    ich kann (neutral)

    ich habe gehört, daß...
    dekiru sou desu
    ich habe gehört, daß jemand kann

    weil-Form:
    dekiru-node
    weil ich kann
    Wenn-Form (ba-Konditional), positiv:
    dekire-ba
    wenn ich kann

    Können-Form (Potential), positiv, neutral:
    dekirare-ru
    ich kann können

    Können-Form (Potential), positiv, höflich:
    dekirare-masu
    ich kann können (höflich)

    Können-Form (Potential), negativ, neutral:
    dekirare-nai
    ich kann nicht können

    Können-Form (Potential), negativ, höflich:
    dekirare-masen
    ich kann nicht können (höflich)

    Imperativ, positiv, direkter, unhöflicher Befehl
    dekiro! (keine Endung)
    Kann gefälligst!

    Alternativ: dekiyo!

    Wollen (Volitional), neutral:
    dekiyou

    Laß uns....
    dekiyou
    laß uns können


    Einstufige Verben, Beispielverb neru = schlafen
    Am weiteren Beispielwort neru = schlafen soll erneut gezeigt werden, wozu das alles gut ist und wie wir zu den letztendlichen Formen kommen, die wir im Gespräch brauchen, erst einmal für jede Flexionsform mit einer wichtigen Nutzungsmöglichkeit:

    MZ
    Mizenkei
    RY
    Renyoukei
    SS
    Shuushikei
    RT
    Rentaikei
    IZ
    Izenkei
    MR
    Meireikei
    SR
    Suiryoukei
    Stamm-nix Stamm-nix Stamm-ru Stamm-ru Stamm-re Stamm-ro Stamm-yo
    Verneinung, Gegenwart, neutral:
    ne-nai
    ich schlafe nicht
    positiv, Gegenwart, höflich:
    ne-masu
    ich schlafe (höflich)
    ich habe gehört, daß...
    neru sou desu
    ich habe gehört, daß jemand schläft
    weil-Form:
    neru-node
    weil ich schlafe
    Wenn-Form (ba-Konditional), positiv:
    nere-ba
    wenn ich schlafe
    Imperativ, positiv, direkter, unhöflicher Befehl
    nero! (keine Endung)
    schlaf gefälligst!
    Wollen (Volitional), Laß uns....
    neyou
    laß uns schlafen!

    Unübersichtlicher, aber vollständiger für neru = schlafen mit erheblich mehr Nutzungsmöglichkeiten (einige Formen sind natürlich absoluiter Unfug wie das Passiv, weil es hier aber um die Theorie und den Formalismus geht, sind sie trotzdem gelistet). Cave bei Passiv, Causativ und Potential: da wird ein im Vergleich zur fünfstufigen Tabelle unerwartetes und zusätzliches -ra- oder -sa eingeschoben!

    MZ
    Mizenkei
    RY
    Renyoukei
    SS
    Shuushikei
    RT
    Rentaikei
    IZ
    Izenkei
    MR
    Meireikei
    SR
    Suiryoukei
    Stamm-nix Stamm-nix Stamm-ru Stamm-ru Stamm-re Stamm-ro Stamm-yo
    Verneinung, Gegenwart, neutral:
    ne-nai
    ich schlafe nicht

    Verneinung, Vergangenheit, neutral:
    ne-nakatta
    ich habe nicht geschlafen

    Wenn-nicht-Form (ba-Konditional), negativ:
    ne-nakere-ba
    wenn ich nicht schlafe

    negativ, te-Form:
    ne-nakute

    tara-Konditional, negativ:
    ne-nakat-tara

    Passiv, positiv, neutral:
    ne-ra-re-ru

    Passiv, positiv, höflich:
    ne-ra-re-masu

    Passiv, negativ, neutral:
    ne-ra-re-nai

    Passiv, negativ, höflich:
    ne-ra-re-masen

    Causativ, positiv, neutral:
    ne-sa-se-ru

    Causativ, positiv, höflich:
    ne-sa-se-masu

    Causativ, negativ, neutral:
    ne-sa-se-nai

    Causativ, negativ, höflich:
    ne-sa-se-masen

    positiv, Gegenwart, höflich:
    ne-masu
    ich schlafe (höflich)

    Verneinung, Gegenwart, höflich:
    ne-masen
    ich schlafe nicht (höflich)

    positiv, Vergangenheit, neutral:
    ne-ta
    ich habe geschlafen

    positiv, Vergangenheit, höflich:
    ne-mashita
    ich habe geschlafen (höflich)

    Verneinung, Vergangenheit, höflich:
    ne-masen deshita
    ich habe nicht geschlafen (höflich)

    positiv, te-Form:
    ne-te

    Imperativ, positiv, höflich:
    ne-te kudasai
    schlaf bitte!

    tara-Konditional, positiv:
    ne-tara

    Wollen (Volitional), höflich:
    ne-mashou
    wir wollen schlafen (höflich)

    neutral, Gegenwart: neru
    ich schlafe (neutral)

    ich habe gehört, daß...
    neru sou desu
    ich habe gehört, daß jemand schläft

    weil-Form:
    neru-node
    weil ich schlafe
    Wenn-Form (ba-Konditional), positiv:
    nere-ba
    wenn ich schlafe

    Können-Form (Potential), positiv, neutral:
    nerare-ru
    ich kann schlafen

    Können-Form (Potential), positiv, höflich:
    nerare-masu
    ich kann schlafen (höflich)

    Können-Form (Potential), negativ, neutral:
    nerare-nai
    ich kann nicht schlafen

    Können-Form (Potential), negativ, höflich:
    nerare-masen
    ich kann nicht schlafen (höflich)

    Imperativ, positiv, direkter, unhöflicher Befehl
    nero! (keine Endung)
    Schlaf gefälligst!

    Alternativ: neyo!

    Wollen (Volitional), neutral:
    neyou

    Laß uns....
    neyou
    wir wollen schlafen


    Einstufige Verben, Beispielverb hajimeru = beginnen
    Am weiteren Beispielwort hajimeru = beginnen soll erneut gezeigt werden, wozu das alles gut ist und wie wir zu den letztendlichen Formen kommen, die wir im Gespräch brauchen, erst einmal für jede Flexionsform mit einer wichtigen Nutzungsmöglichkeit:

    MZ
    Mizenkei
    RY
    Renyoukei
    SS
    Shuushikei
    RT
    Rentaikei
    IZ
    Izenkei
    MR
    Meireikei
    SR
    Suiryoukei
    Stamm-nix Stamm-nix Stamm-ru Stamm-ru Stamm-re Stamm-ro Stamm-yo
    Verneinung, Gegenwart, neutral:
    hajime-nai
    ich beginne nicht
    positiv, Gegenwart, höflich:
    hajime-masu
    ich beginne (höflich)
    ich habe gehört, daß...
    hajimeru sou desu
    ich habe gehört, daß jemand beginnt
    weil-Form:
    hajimeru-node
    weil ich beginne
    Wenn-Form (ba-Konditional), positiv:
    hajimere-ba
    wenn ich beginne
    Imperativ, positiv, direkter, unhöflicher Befehl
    hajimero! (keine Endung)
    Fang gefälligst an!
    Wollen (Volitional), Laß uns....
    hajimeyou
    laß uns anfangen!

    Unübersichtlicher, aber vollständiger für hajimeru = beginnen mit erheblich mehr Nutzungsmöglichkeiten (einige Formen sind natürlich absoluiter Unfug wie das Passiv, weil es hier aber um die Theorie und den Formalismus geht, sind sie trotzdem gelistet). Cave bei Passiv, Causativ und Potential: da wird ein im Vergleich zur fünfstufigen Tabelle unerwartetes und zusätzliches -ra- oder -sa eingeschoben!

    MZ
    Mizenkei
    RY
    Renyoukei
    SS
    Shuushikei
    RT
    Rentaikei
    IZ
    Izenkei
    MR
    Meireikei
    SR
    Suiryoukei
    Stamm-nix Stamm-nix Stamm-ru Stamm-ru Stamm-re Stamm-ro Stamm-yo
    Verneinung, Gegenwart, neutral:
    hajime-nai
    ich beginne nicht

    Verneinung, Vergangenheit, neutral:
    hajime-nakatta
    ich habe nicht begonnen

    Wenn-nicht-Form (ba-Konditional), negativ:
    hajime-nakere-ba
    wenn ich nicht beginne

    negativ, te-Form:
    hajime-nakute

    tara-Konditional, negativ:
    hajime-nakat-tara

    Passiv, positiv, neutral:
    hajime-ra-re-ru

    Passiv, positiv, höflich:
    hajime-ra-re-masu

    Passiv, negativ, neutral:
    hajime-ra-re-nai

    Passiv, negativ, höflich:
    hajime-ra-re-masen

    Causativ, positiv, neutral:
    hajime-sa-se-ru

    Causativ, positiv, höflich:
    hajime-sa-se-masu

    Causativ, negativ, neutral:
    hajime-sa-se-nai

    Causativ, negativ, höflich:
    hajime-sa-se-masen

    positiv, Gegenwart, höflich:
    hajime-masu
    ich beginne (höflich)

    Verneinung, Gegenwart, höflich:
    hajime-masen
    ich beginne nicht (höflich)

    positiv, Vergangenheit, neutral:
    hajime-ta
    ich habe begonnen

    positiv, Vergangenheit, höflich:
    hajime-mashita
    ich habe begonnen (höflich)

    Verneinung, Vergangenheit, höflich:
    hajime-masen deshita
    ich habe nicht begonnen (höflich)

    positiv, te-Form:
    hajime-te

    Imperativ, positiv, höflich:
    hajime-te kudasai
    Fang bitte an!

    tara-Konditional, positiv:
    hajime-tara

    Wollen (Volitional), höflich:
    hajime-mashou
    wir wollen anfangen (höflich)

    neutral, Gegenwart: hajimeru
    ich beginne (neutral)

    ich habe gehört, daß...
    hajimeru sou desu
    ich habe gehört, daß jemand anfängt

    weil-Form:
    hajimeru-node
    weil ich beginne
    Wenn-Form (ba-Konditional), positiv:
    hajimere-ba
    wenn ich beginne

    Können-Form (Potential), positiv, neutral:
    hajimerare-ru
    ich kann beginnen

    Können-Form (Potential), positiv, höflich:
    hajimerare-masu
    ich kann beginnen (höflich)

    Können-Form (Potential), negativ, neutral:
    hajimerare-nai
    ich kann nicht beginnen

    Können-Form (Potential), negativ, höflich:
    hajimerare-masen
    ich kann nicht beginnen (höflich)

    Imperativ, positiv, direkter, unhöflicher Befehl
    hajimero! (keine Endung)
    Fang gefälligst an!

    Alternativ: hajimeyo!

    Wollen (Volitional), neutral:
    hajimeyou

    Laß uns....
    hajimeyou
    wir wollen anfangen


    Dritte Verbklasse: Suru-Verben
    Diese Verbklasse besteht nur aus einem einzigen Verb und zugleich aus sehr vielen. Der einzige echte Vertreter dieser anders als alle anderen Verben flektierten Klasse ist das Verb "suru" = tun, machen. Und weil man so vieles tun und machen kann, ist aus diesem einzelnen Verb eine riesige Familie von abgeleiteten Verben entstanden, die von Nomen ausgehend gebildet werden: [ Nomen + suru = neues Verb ]. Und mit dieser Fähigkeit, Nomen in Verben verwandeln zu können, ist suru auf einmal eines der am häufigsten verwendeten Verben in der japanischen Sprache. Man darf da auch kreativ sein, insbesondere bei Fremdworten: suru dranhängen, und schon hat man ein Verb. Aber: immer zuerst prüfen, ob es nicht schon ein "normales", "echtes" japanisches Verb gibt, das hat immer Vorrang.

    Manche Grammatik-Bücher bilden aus kuru und suru eine gemeinsame Gruppe der "unregelmäßigen Verben", so daß sie insgesamt nur 3 Verbklassen zählen. Die riesige Gruppe der Suru-Verben und das gehäufte Vorkommen solcher Verben in japanischen Sätzen zeigt jedoch, daß es sich beileibe nicht um eine Randerscheinung und Ausnahme handelt, sondern um eine ganze Gruppe für sich, die sogar in sich sehr regelmäßig, nämlich identisch flektiert wird.

    Beispiele für suru-Verben:

    Besonders gerne wird das auch mit Fremdwörtern, insbesondere Anglizismen gemacht:

    Manchmal wird durch Lautassimilationen aus suru -> zuru. Auch dann bleibt man in der Reihe der 50-Laute-Tafel: za - ji - zu - ze - zo. Entsprechend heißt es bei benzuru -> höflich Gegenwart: benjimasu, verneint Gegenwart: benjinai, höflich verneint Gegenwart: benjimasen, etc.

    Das geht auch mit Adverbien, Beispiele:

    Eine ältere Form der Suru-Verben sind Verben, die auf -jiru enden. Sie werden regelmäßig als einstufige Verben konjugiert.


    Vierte Verbklasse: das Verb kuru
    Das Verb kuru bildet eine eigene Verbklasse für sich, die nur aus kuru = kommen besteht. Seine Flexion unterscheidet sich komplett von denen aller anderer Verben. Im Gegensatz zu suru gibt es hier auch keine daraus entwickelte Verbfamilie. Manche Grammatik-Bücher nennen kuru auch "unregelmäßig" und werfen es mit suru in einen Topf als "unregelmäßige Verben". Wir konstatieren hier lediglich, daß dieses Verb komplett anders flektiert wird als alle anderen Verben und ein Phänomen für sich darstellt. Dafür, das gleich als "unregelmäßig" negativ abzustempeln, vor allem bei nur einem einzigen Vertreter, gibt es keinen Anlaß: Es ist ein Verb für sich und nicht weniger als suru berechtigt, als eigenes Phänomen gesehen zu werden.


    Literatur, Links und Quellen:
    Martin und Maho Clauß: Japanisch Schritt für Schritt, Band 1, der Sprachkurs für Unterricht und Selbststudium, Book on Demands, 2014, ISBN: 978-3-7322-9974-4
    Herbert Zachert: Japanische Umgangssprache, 4. Auflage, Otto Harrassowitz Verlag Wiesbaden, 1976, ISBN 3-447-01814-3
    Detlef Foljanty, Hiroomi Fukuzawa: Japanisch intensiv I: Ein Lernbuch mit Lösungen, H. Buske, 3., bearbeitete Auflage 1998, unveränderter Print-on-Demand-Nachdruck Books on Demand 2021, 599 S., ISBN-10: 3967691152, ISBN-13: 978-3967691153
    Grundkurs Japanisch, Video-Sprachkurs von Dominik Wallner: A1 Was ist Verbflexion?
    https://www.youtube.com/watch?v=7W_P99Qo9SE - A2 Die sieben Flexionsformen https://www.youtube.com/watch?v=mKC870151LE - A3 Die Verbklassen https://www.youtube.com/watch?v=GTPzs4deOAM - A4 Flexion von 5-stufigen Verben https://www.youtube.com/watch?v=rBQVZWXKdnQ - A5 Beispiele für die Flexion 5-stufiger Verben https://www.youtube.com/watch?v=zXlMzntfVXk - A6 Flexion von 1-stufigen Verben https://www.youtube.com/watch?v=W28MyeqG_WY - A7 Flexion von suru-Verben https://www.youtube.com/watch?v=M9sVfXDaPQA - A8 Flexion von kuru https://www.youtube.com/watch?v=AmwTQIU9xYo - A9 Agglutination https://www.youtube.com/watch?v=7MFuMlyE2kU - A10 jodoushi versus joshi https://www.youtube.com/watch?v=F4Cz5h4ab-8 - A11 Finalpartikeln https://www.youtube.com/watch?v=hNnl00cYIGQ - A12 -masu und seine Formen https://www.youtube.com/watch?v=83yjEphaAi0 - A13 Transitiv vs. intransitiv https://www.youtube.com/watch?v=1fA611j-KG0
    Dominik Wallner: Einführung in die japanische Grammatik, Skriptum, Heidelberg 2008, online unter
    https://www.zo.uni-heidelberg.de/md/zo/japanologie/studium/japanische_grammatik.pdf
    Verben und Flexion:
    https://konjugator.reverso.net/konjugation-regeln-vorlage-japanisch-infos.html
    Suru-Verben:
    https://www.imabi.net/suruverbs.htm
    Suru-Verben:
    https://app.memrise.com/course/1052801/japanische-verben-kennenlernen/18/
    Verben auf Wadoku:
    https://www.wadoku.de/wiki/display/WAD/3.+Verben
    Grundform auf Wadoku:
    https://www.wadoku.de/wiki/pages/viewpage.action?pageId=537
    Verneinungsform auf Wadoku:
    https://www.wadoku.de/wiki/pages/viewpage.action?pageId=541
    Anschlußform auf Wadoku:
    https://www.wadoku.de/wiki/pages/viewpage.action?pageId=566
    Attributivform auf Wadoku:
    https://www.wadoku.de/wiki/pages/viewpage.action?pageId=574
    Konditionalform auf Wadoku:
    https://www.wadoku.de/wiki/pages/viewpage.action?pageId=575
    Befehlsform auf Wadoku:
    https://www.wadoku.de/wiki/pages/viewpage.action?pageId=584
    Absichtsform auf Wadoku:
    https://www.wadoku.de/wiki/pages/viewpage.action?pageId=586
    Verblisten:
    https://miruko.de/sprache/japanische-verben-liste/


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